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Der etwas andere Bundesligajahresrückblick 2013/2014

Starten ohne zu Erwarten. Als am 24.06.2013 ein spanischer Trainer bayrischen Boden betrat, war man hochgespannt in Fach-Kreisen und die, die sich dafür halten. Die erste Pressekonferenz in Deutsch; ich war fasziniert. Da kam ein Mittelmeer-Model daher, den wir „nur“ als unfassbar erfolgreichen Barça-Trainer kannten. Der ein Jahr in New York eine Auszeit genommen hatte und jetzt in München erschien!
„Weil, so schloss neidisch die restliche Bundesliga-Gemeinde messerscharf, nicht sein kann, was nicht darf.“ Vergeblich: Denn er kam tatsächlich.

Da drohte fürchterliches, denn Pep Guardiola meinte, was er sagte und tat, was er sendete. Fortan: der erste spanische Leucht-TURM auf deutschem Boden!

EIN kommunikativer 360 Grad Winkel.

Kostprobe eines fünf Minuten Monologs:

„Jeder meiner Spieler hat es verdient zu spielen, aber Taktik ist halt Taktik!“ Und gleichzeitig schob er dem hartnäckig „Tunnel“-fragenden Journalisten nach:
„Und weil Du ein super Journalist bist, wirst Du mich, wenn demnächst wieder Kroos spielt bestimmt fragen: Warum nicht Schweinsteiger?“

Aus kommunikativer Sicht hat noch nie ein (großer) Trainer die Cicero Arithmetik so beHERR-scht angewendet wie Pep Guardiola. Er lässt durch seine Grund weg positiv gefärbten Antworten die Fragen der Fußball Fachversteher noch „dümmer“ erscheinen, als Sie ohnehin schon sind.
Wer hätte gedacht, dass der große Pep auch noch in Sachen Kommunikations-Kongruenz derart LICHT-gestaltend unterwegs ist.

Dabei hat er offenbar die kleine Schrift des chinesischen Philosophen und Generals SUNZI (2500 v. Chr.) mehr als studiert. In seinem Werk „Die Kunst des Krieges“ schreibt er über TAKTIK:
„Man kann wissen, wie man siegt, ohne fähig zu sein, es zu tun.“
„Schutz vor der Niederlage verlangt eine defensive Taktik; die Fähigkeit, den Feind zu schlagen, bedeutet die Offensive zu ergreifen. In der Defensive zu verharren verrät unzureichenden Kräfte; anzugreifen einen ÜBER-FLUSS an Kraft!“

Wer war der Erste, der sich hier GRUND-LEGENDE Gedanken machte?

Genau.

Walerij Lobanowskyj, 22-jähriger Flügelstürmer von Dynamo Kiew, der 1962 zum ersten Mal sowjetischer Meister wurde. 1973 schreibt als er Taktiktrainer zurückgekommen zu Dynamo:

„Wenn wir über taktische Weiterentwicklung sprechen, dann denken wir als erstes AN NEUE Bewegungsabläufe, die dem Gegner eine AN-Passung an unsere Spielweise unmöglich machen. Hat sich der Gegner an unsere Spielweise angepasst und eine Gegenstrategie gefunden, so müssen wir eine neue Strategie erarbeiten. Das ist die Dialektik des SPIELS. Man muss mit einer solchen Bandbreite offensiver Optionen vorgehen, dass man den Gegner zu einem Fehler zwingt. Man muss den Gegner in die Lage bringen, in die man ihn haben möchte. Zu den wichtigsten Mitteln gehört dabei das ENGER und Breiter machen der Räume.“

Geschrieben-Gelesen-Umgesetzt.

Als eine wichtige Forderung schrieb Lobanowskyj seinen Spielern an die Wand: „Schlagt niemals den Ball einfach von hinten raus, ihr seid sofort wieder in der Defensive. Bewegt Euch ständig und haltet den Ball von den Zonen fern, in dem sich die Gegner befinden.“

Die ist eine Grundregel des kalkulierten ZU-Falls von Pep Guardiola bei Barça gewesen: Die immer kontrollierte Weitergabe des Spielgeräts auch in großer Bedrängnis.

Dazu bedarf es pass- und ballsicherer, technisch hochbegabter Kurz-Bein-Spieler. Biomechanische Micky Mouse Artisten, scheinbar wilde Ameisen, die jederzeit auf engstem Raum Ball, Feld und Gegner im Blick haben.

Wie in Barça die Messis, Xavis und… Und jetzt bei Bayern München die Lahms, Robbens, Shaqiris, Alcantáras… und auch Rafinhas, woanders ausgemustert, hier passend gemacht.

Warum schreibe ich dies so genau?

Weil es aus einer alten Strategie heraus eine neue SICHT- und Spielweise in die Bundesliga gebracht hat und für Jahre federführend sein wird.

Noch niemals war die Bundesliga einerseits so ästhetisch schön nach dem „freien Spiel der Kräfte“ agierend und anderseits so gähnend langweilig, weil eben die anderen Vereine nicht nach-Kommen…

Betrachten wir zwischendurch die anderen MIT-Streiter neben Bayern München.

Borussia Dortmund ist die einzige Mannschaft, die den „Überfluss an Kraft“ kanalisieren konnte; nach vielen Verletzungssorgen und mit kleinem Kader beeindruckte die Borussia beim 2:0 gegen Madrid genauso wie beim 3:0 in München. Hier begegnen sich zwei Mannschaften auf unGefährer Augenhöhe, wobei sicherlich die Bayern die größeren Spieler & Sponsoren im Rücken haben. Aber das soll keine Recht-Fertigung sein.

„Don Kloppo“ kann’s auch, dieses Umsetzen der spieltaktischen Philosophie. Er würde sich jetzt bei Barcelona weiterentwickeln! Es täte ihm GUT!

Von Lobanowskyj, der unter dem Stichwort „Gemeinsames Handeln“ zusammenfasste: „Um anzugreifen, ist es notwendig, dem Gegner den Ball abzunehmen, wann ist es wohl einfacher – mit fünf oder elf Spielern? Das wichtigste im Fußball ist es, was ein Spieler auf dem Platz ohne Ball tut, und nicht umgekehrt. Ein hervorragender Spieler ist das Ergebnis von einem Prozent Talent und 99 Prozent harter Arbeit.“

Daher zu Recht wieder Champions League. Und im Wettstreit mit den Bayern in der neuen Saison sicher dabei.

Leverkusen und Schalke haben eigentlich stellenweise gezeigt, dass sie wissen, was Konzeptfußball ist, es aber nur unzureichend umgesetzt haben.

Leverkusen ist furios gestartet und dann extrem eingebrochen mit 11 Niederlagen und dem schweigenden Finnen Hyypiä. Da hatte einer die Leverkusener hervorragend aufgestellt und musste dann nach der unglücklichen Niederlage in Hamburg gehen. Mit Ach und Krach jetzt die Quali für die CL erreicht. Ob das reicht?

Rudi Völlers Begründung: „Der Schiedsrichter hat uns gezwungen, den Trainer zu entlassen“ gipfelte wirklich an eine selbstverliebte Sorglosigkeit und das Suchen nach einem „Schuldigen des Sonntags“, die seinesgleichen sucht.

Rudi Völler war ein Top-Stürmer, aber – wie schon letztes JAHR IN MEINER Kolumne bemerkt – ist er auf dem besten Weg zu einer nörgelnden uralt Tante Käthe und gehört längst in das Sportmuseum in Köln. Bitte entsorgen: Neues Arbeitsfeld: Museumsleiter beim AS Rom!

Oder hat der Schiedsrichter Rudi Völler mit Waffengewalt gezwungen den wackeren Hyypiä zu entlassen und Lösegeld gefordert?

Die 5000 Euro Geldstrafe vom DFB hätten eine weitere NULL verdient gehabt.

Für die NULL-Nummer!

Insider berichten von Grabenkämpfen, Scheingefechten und Aufstände gegen den Schweiger aus der Tundra. Ex-Co-Trainer Lewandowski wiegt seine Hände in amateurhafter UN-Schuld.

Ein Sportchef denkt und lenkt so etwas, Völler ist ein weißhaariger Griesgram, der nicht verKRAFTen kann, dass ihn eigentlich die Fußballgemeinde nicht (mehr) mag. Er hat die rote Karte der NICHT-Kommunikation. Das wird auch Roger Schmidt als Neu-Trainer nicht ändern.(Er war ja auch wieder nur zweite Wahl weil Völler „heimlich“ und ohne Genehmigung mit Herrn Tuchel verhandelte und dafür extra nach Mainz fuhr um sich zu entschuldigen.)

Wenn der im Pokal mit der Werkself zum Beispiel bei Germania Schnelsen verliert, ist sofort Ende (geschehen mit RS und Red Bull Salzburg im Pokal beim FC Düdelingen/Luxembourg).

Rudi Völler: Sie sind beratungsresistent in Wahrnehmung und Umsetzung.

Schalke hat mich echt beeindruckt. Kompliment an Jens Keller. Und das zum zweiten Mal.

3. Platz. Champions League sicher. Aber wie?

Dass jetzt der Trainer nicht zur Ruhe kommt, zeigt die lange Tradition guter Schalke Trainer: Immer dann, wenn Sie großes erreicht hatten mussten sie gehen, weil verschiedene Herren noch gieriger wurden und meinte andere könnten es noch besser richten.

Danach kam der Fall ins Bodenlose. Die Geschichte zeigt auch: Bundesligaverantwortliche sind zu 98% nicht LERN-Fähig!

Mehr geht nicht, Herr Keller: gehen Sie aufrecht woanders hin. Man nimmt Sie! Gerne!

Leverkusen und Schalke beides gutes Mittelmaß in der Liga und eben in Europa arg unter „die Räder“ gekommen gegen Manchester und Real Madrid: Die Erwartungshaltung war hier höher. Die deftigen Nieder-Lagen zeigen es.

In Wolfsburg hat man sich wieder auf urdeutsche Tugenden besonnen: Dazu das sportliche Führungsteam Allofs/Hecking installiert nach der Magath-magischen Selbst-Über-Schätzung. Schade, fast wäre es ein Champions League Platz geworden: Aber nächste Saison.

Wie lautlos Allofs die vielen Provisionsgaranten von Magath entsorgte war beeindruckend. Sein Meisterstück jedoch war die END-Gültige Verbannung Diegos auf die Atlético Ersatzbank. Schon als Dieter Hecking einstieg war klar, dass er dieses tretende, kratzende, nickelige, falsche, extrem unsaubere und unfaire Wollknäul entsorgen würde. Sein Blick auf Atleticos Ersatzbank über 120 Minuten im CL Finale sagte alles….

Eine große Sache kommunikativ unaufgeregt, fast geräuschlos gelöst.

Mit dem jungen Arnold ist auch beim neuen Saubermann-Image vom Werkclub die Zukunft geöffnet. Aber Hecking muss auch liefern. Alles was unter dem CL-Platz liegt, kann den Ansprüchen von Volkswagen nicht genügen und jetzt kann Hecking zeigen, was er nie konnte: Mit richtigen Topspielern der Millionäre mal die ersten Meriten erreichen ist an der Zeit!

Genug Gutes gesehen hat er ja am 23.5. in Lissabon bei Champions League Finale der Damen zwischen dem schwedischen Titelträger Tyresö FF gegen den VFL Wolfsburg. Zweimal hatte die Weltspielerin Marta die Schwedinnen in Front geschossen, aber die Wolfsburger Wucht erkämpfe sich als erste deutsche Mannschaft zum zweiten Mal den CL Pokal. Bravo und Glückwunsch.
Trainer Kellermann weinte und Dieter Hecking verfluchte so manches Spiel in dieser Saison: Schon dies Jahr sollte es CL werden.

Da wird sicherlich nächste Saison eine Mannschaft dazwischen grätschen, die sich dieses Jahr schon hervorragend geschlagen hat – die Borussia aus Gladbach.

Favre kann’s halt und man staunt schon, wie man Spielkompetenz wirklich ergänzt – auch aus deutschen Landen: Das Geld ist ja da. Hahn aus Augsburg ist sicherlich richtig und es werden bestimmt noch ein paar mehr. Jungtalent Kramer jetzt zur WM. Wer hätte das vorher gedacht.

Auch wenn diese Saison schon mal HAND-Ball gespielt wurde mit drei Handelfmetern nacheinander.
Leider hatte die Borussia ein FORM-Tief. Sonst wären sie sicherlich jetzt schon mindestens dritter und hätten einen CL-Platz. Auf Dauer sowie: SO!
Das nennt man NUN eine kontinuierliche ehrliche gerade Konzept-Arbeit.

Zurück zum Ball!

Denn dieser ist zum SPIELen da. Schon Friedrich Schiller folgerte in seinen 27 ästhetischen Briefen zur Erziehung des Menschen: „Der Mensch soll mit der Schönheit nur spielen, denn er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“.

Schiller schien in seinem Vorhersagen Peps Schönheitsideal des Fussball-Spiels geradezu bildhaft voraus zu deuten. Denn niemals war Fußball wirklich so schön und Schiller folgerte daraus weiter:
„Man kann die Schönheit des Spiels unsere zweite Schöpferin nennen“.

Und darum hat der Ball eine andere FLUG-Bahn bekommen. Lang geschlagen hoch heraus, Kick and Rush, hohe Ballverluste, konisch statische Situationen gehörten spätestens seit 2010 in die Mottenkiste.

Das KURZ-Passpiel aus dem Methoden-Almanach des russischen Fußballes wurde bei Barcelona praktiziert und konditioniert und extrem salonfähig gemacht. Kurze Pässe, extrem schnelle Ball-Weitergabe, engster Raum, 270 Grad, peripheres Sehen und Annehmen, manchmal dreimal in sechs Sekunden anspielend und extrem ball- und passsicher, als wenn das Spielgerät am Fuß des Kurzpassspielers kleben würde.

Messi, Xavi, Villa, Iniesta in Spanien, Götze und Reuss in Dortmund – Pardon, Bayern – da ist Götze bis heute noch nicht angekommen, wie so viele vor ihm.

Im Prinzip eher langweilig auf den ersten Blick, doch extrem effizient im Katz und Mausspiel des Angriffs in einer neuen Lauf- und Beinarbeit der Kurzpassspieler und Bonsai- Poeten des grünen Rasens.

Da sehnen sich doch manche nach den ballistischen Langpässen der Luft-Athleten wie Netzer und Schuster… Lang ist es her, schön war es – heute nicht MEHR!

Der Sportphilosph Gunter Gebauer meint zur Beherrschung des Balles und damit der räumlichen Beherrschung des Gegners von Barça und jetzt auch der Bayern, dass das Kontrollideal vielleicht seine ästhetische Grenze erreicht hat und im Exzess durchaus Langweilig ist.

„Mein Gott“, schreit er auf einer Podiumsdiskussion, „könnt ihr nicht mal ein bisschen mehr Ereignisse schaffen?“

Nein könnt ihr nicht!

Alles hat sich dem Dogma der „Beherrschung des Zufalls“ verschrieben.

Je kürzer umso sicherer lautet die Losung. Denn wenn ein Ball eine oder eben 6 Sekunden in der Luft oder in Bewegung ist: Da kann viel passieren. Oder anders: Je länger unterwegs umso zufälliger das Ereignis. Oder je kürzer desto berechenbarer.

Vorausgesetzt die biomechanischen Voraussetzungen der Spieler sind da. Und das sind sie: Der kontrollierte Schwarm, der lechzende Fluss in einem begradigten Kanal, der eingezäunte Wind aus 360 Grad das alles entspricht dem Mainstream der Meinung und der Reaktion. Denn die Fans haben sich analog zum Spiel verändert.

Sie perfektionieren den überschäumenden Karneval vor dem Spiel in einer unerschütterlichen Kurzpassgestaltung, die man durchaus als den „eingepreisten und berechenbaren Reaktionsspiegel dieses Fußballspiels“ bezeichnen kann.

Die Berechenbarkeit der Eruption der Massen, die Organisation von Stimmungen, die kalkulierte Massenbewegung. Die Stringenz der Ultras auf den Rängen. Ist das nicht genauso langweilig wie das Kurzpassspiel?

Die Ribérys und Robbens und die Nacktflitzer & Bengalos der Fans sind eigentlich eine Entsprechung, nur sie eröffnen dem Zufall eine neue Dimension.

Da werden die Waben und die Quadranten des Spielfeldes mittlerweile gemessen, da werden die Laufbereitschaft und die wirklichen Kilometer gezählt, da wird jeder Cola-Schluck und jeder Burger SICHT-bar!

Da wird festgestellt, dass der HSV die schlechtesten Laufwerte aller Bundesligavereine aufweist.

Das Spiel und die Spieler werden durchgerastert im Detail. Auf dem Rasen wie noch nie, privat sowieso. Da kann man nicht mal schnell nachts eine Spielbank anfahren und sechsstellig Geld verspielen (wie weiland Bremens Reinders) oder irgendwo eine Pizzeria auseinandernehmen (wie weiland Mario Bassler). Vorbei!

Und wenn Kevin Grosskreutz in einem Berliner Hotel in die Ecke ins Foyer pinkelt nach dem verlorenen Pokalspiel und in Mühlheim irgendeinem Menschen einen Döner hinterherwirft, ist das ja ähnlich aber nicht lustig. So was merken sich verschiedene Menschen des DFB. Daher wird er auch nach der WM keine Rolle mehr spielen, die ohnehin nicht besonders hoch war.

Die Beobachtung aber nicht. Man verschließt sich konsequent der Wirklichkeit der Hintertor-Kamara. Und befeuert einfach weiterhin den Wert des Zufalles. Vielleicht deshalb?

Überall führt man nun dieses Mess-Instrument ein, und am Geld kann es wirklich nicht liegen. Das gibt es ja genug.

Die wilde Hertha. Und der immer wieder nie lächelnde Trainer Luhukay

Der einzige Oberlippenbarträger der Liga. Er hat es jetzt endlich mal geschafft nicht abzusteigen. Sicher, die Hertha gehört in die Liga, die sie erhalten hat, aber grundsätzlich ist sie ein sympathischer und berechenbarer Punkte-Lieferant.

Nächste Saison für mich ein erster Abstiegskandidat: Auch Luhukay täte gut daran jetzt zu gehen!

Werder Bremen war mal ein großes Team, klar. Für mich ein Abstiegskandidat diese Saison und das zu recht. Aber wie man da an der Weser mit der Vergangenheit und der Jetzt-Zeit umgeht, ist schon überlebensgefährlich. Das kann auch Herr Dutt nicht richten. Das Spielermaterial ist einfach zu ungenügend. Bremen bleibt auch in der neuen Situation abstiegsgefährdet.

Wer weiß, was die Herren Lemkes und… mit dem vielen Geld der Erfolgsjahre, gemacht haben. Der einzige Leistungsträger aus alten Werdertagen geht jetzt auch noch: Das Mittelding aus Frankenstein und Rambo – Aaron Hunt – wechselt wohin auch immer und spricht kritisch über die Werdervergangenheit.

Wie dünnheutig die Werder-Verantwortlichen geworden sind zeigt, dass Hunts Interview mit der „Welt“ teilweise zusammengestrichen und ganze Passagen nicht zum Abdruck freigegeben wurden.

Prost, Mahlzeit, Werder. Schade eigentlich- aber Regeneration zweite Liga ist geboten.

Da lobt man sich die Welfenbande aus Braunschweig. Hart, und am Rande der Energie, hat Herr Lieberknecht klar am kleinen Etat festgehalten mit der Führung und es so fast geschafft, die Liga zu erhalten.

Nicht Schön aber selten! Hier ist man konsequent mit dem Trainer die Liga auf und wieder abgestiegen.

Ehrlich, gerade, norddeutsch.

Dass die Fans in ihrem Wahn gegen die Nachbarstadt Schweine & Schafe missbrauchen ist ein unappetitliches Thema. Aber ein ANDERES!

Das Spiel des veränderten Zufalls ist wohl das, was die Fußballfans am meisten interessiert. Ein Fußballspiel kann eben innerhalb der verschiedensten Optionen einfach nicht vorausgesagt werden.

Es hat eine Vielzahl von Regeln, die einfach eingehalten werden müssen um zudem Gegner zu bezwingen: Neben Ballsicherheit hinzu kommt dabei ein extremes Ausmaß an Aufmerksamkeit, Fokussierung, Beherrschtheit, Ernährung, AUF-Opferungsbereitschaft, Konditionierung der Spieler und ein Trainer, der das alles als Seelsorger, Psychologe, Vorsteher, Erkenner, Vater, Beschützer und Hüter der Außenwirkung im Griff behalten muss, was „einfach“ nicht einfach ist. Dazu kommen Etat, Macht und Umgang mit den Medienhyänen!

Klar, wenn ich ein Gehaltgefüge von 130 Millionen Euro im Jahr habe, wie Bayern München, und dagegen mit einen Etat von ca. 30 Millionen einen Durchschnittsbundesligavereins sehe. Das ist schon ein „Brett“.

Es sind nur wenige die das wirklich KÖNNEN.

Da steuern Mainz 05, Freiburg und Augsburg und auch Hoffenheim wirklich Großes zu in ihren Möglichkeiten:

  1. Freiburg schaffte die Liga nach großem Aderlass an Spielern
  2. Mainz, mittlerweile gesattelt mit einem sich stark entwickelnden Trainer Tuchel. Eine Rakete für ihn. Die muss ich gleich zurücknehmen, wenn man seinen Auftritt und die herausgekommen Art und Weise sich zu prostituieren gerade am 12. Mai erfährt. Der unterschriftsreife Vertrag am 1. Juli letzten Jahres mit seinem gesamten Team auf Schalke und die Verhandlung mit Tante Käthe waren beide nicht statthaft. Tuchel wird dieses „Hintergehen“ nie wieder loswerden und ist für höhere Weihen nicht geeignet. Schade.
  3. Augsburg eine Rasenkampfmaschine, wie wir sie suchen. Grandios in der Liga. Kompliment von mir im letzten Jahr schon nach oben bewertet (siehe auch den letzten Bundesligajahresrückblick)
  4. Hoffenheim mit Gisdol top und auch von mir in der letzten Saison im Mittelfeld gesehen.

Das macht Hoffnung für die Zukunft für die Underdogs.

Und dann der Paukenschlag: Die Bayern scheiden sang- und klanglos 0:4 gegen Real Madrid aus. Aller Fußballsachverstand beginnt an Guardiolas Taktik zu zweifeln. Große Enttäuschung berechtigt. Nein?
Carlo Ancelotti gab fast rational die Antwort: „Es ist ein Sieg gegen einen starken Gegner und auch nicht mehr als das“.

Sein 4-2-2 Defensivsystem sei aufgegangen, weil der Gegner keine Schnittstellen in der Abwehr finden konnte. Doch keine Spielphilosophie habe eine Antwort auf alles.

Wie war das noch mal mit dem Zufall? Deshalb strömen wir in die Stadien und deshalb lieben wir diesen unberechenbaren Wert des Zufalls Fußballs.

Die Gründe für Bayerns Niederlage waren meiner Meinung nach:

Kein Trainer und keine Mannschaft sind unschlagbar. Die extraordinäre Stärke, der unwiderstehliche Auftritt und seine 360 Grad Behandlung des Spiels, der Spieler und des Spielgeräts haben Guardiola zu einem Zauberer gemacht. Daher ist die Reaktion umso heftiger auf diese Niederlage, wenn man 20 Punkte vor der Konkurrenz in der Liga liegt:

a) Ja, falsche taktische Maßnahme. Es war klar, dass Madrid sich nicht nur reinstellen würde. Also: Tiki Taka defensiv mit Einschläferkreisel des Gegners, aber mehr in der eignen Hälfte, um die schnellen Spitzen zu locken.

b) Die Bayern spielten ja gar kein Tiki Taka, sondern begannen damit, versuchten aber schnell mit hohen Bällen die Abwehr der Königlichen anzugehen. Sie gaben bereits sehr schnell ihre Kreiseltaktik auf.

Verloren dabei natürlich Bälle; dieses Spiel können sie nicht (mehr) und rannten damit in die Konter, der zweimal durch den Ringer Ramos gnadenlos bestraft wurde. Beim 0:2 war das Spiel gelaufen.

  1. Die Bayern wurden zu früh Meister und kamen aus dem Rhythmus. Man dachte, man könnte sich zurücklehnen.
  2. Das 0:3 gegen Dortmund hat Ancelotti studiert. So spielt man gegen die Bayern.
  3. Die Bayern wirkten zudem „ausgebrannt“ und kraftlos. Sie hatten nicht eine wirkliche Chance. Ribéry formschwach wie Boateng, Müller nur noch arrogant. Dante überfordert!
  4. Der größte Fehler jedoch war, den Pitbull Martinez nicht zu bringen (Don Jupp wusste letztes Jahr warum). Dicht machen und trotzdem kreiseln.
  5. Der Zufall spielte den Spaniern in die Füße und Köpfe: Durch drei Standards zu gewinnen gegen den CL-Gewinner passiert auch nicht alle Tage.

So etwas kann passieren und wird immer wieder passieren. Für mich ist es normal und das Tolle am Fußballspiel. Dazu ist Ancelotti ein Welttrainer, der es geschafft hat:

  1. Zum ersten mal dieser Mannschaft ein wirkliches Teamgefühl und Verständnis verpasst zu haben, was die Multimillionäre befolgen
  2. Und er versteht etwas von Taktik. Nennen wir es Kriegs-Kunst!

Nicht mehr und nicht weniger.

Darum wird sich Guardiolas Tiki Taka weiter durchsetzen und perfektionieren; eben nur anreichern durch die jeweilige Zustandsbeschreibungen des Gegners.

Hier müssen Spitzenmannschaften mehrere Systeme einfach beherrschen, die sie auf Knopfdruck ändern können. Das hat Guardiola ja auch zugeben und gesagt:
„Er hätte sich vertan!“

Die Bayern werden das Spiel genau analysieren und die Liga weiter aufrollen. Wenn sie Dortmund im Pokal schlagen, ist alles weder im Lot. Und wie Sie es taten:
Mit einer veränderten Mannschaft. Thiago, Schweinssteiger, Alaba nicht dabei. Ein 18-jähiger Däne als Linksverteidiger von an Anfang an. Lahm frühzeitig verletzt raus. Mandzukic aussortiert. Der beste Stürmer der Bayern (18 Tore) hatte hämisch gemäkelt, als sich Guardiola in noch nie gesehener Manier in der Kabine nach dem 0:4 gegen Real schonungslos hinter die Mannschaft stellte und die volle Verantwortung für die Niederlage auf sich nahm.
Selbst Rafinha warf sich ihm weinend an die Vater-Brust, so beeindruckt war die Mannschaft insgesamt vom demütigen Auftritt ihres Cheftrainers.

Auf die Frage eines Reporters, warum Mandzukic nicht gespielt habe – aus disziplinarischer oder sportlicher Sicht – antworte Guardiola: Aus Sportlicher!

Hoffentlich haben die Bayern und die Fussballgemeinde am Samstag, den 24. Mai genau hingeschaut, wie das CL-Finale gelaufen ist.

Wie man Real den Schneid gescheit abkaufen kann. Atlético hat mich vollends überzeugt. Wie man mit einem eingeschworenen Teams der fast „No- Names“ spanischer Meister wird und die Königlichen 80 Minuten beHERRt hat war beeindruckend. Die Juanfrans, Mirandas, Godin haben das Spiel der „Beherrschung“ und des „Zufalls“ extrem erweitert.

Sie machen über eine neuartige Zweier-Schwarmstärke die Abwehr extrem stark, sie sind derart energetisch, das man nur die Laufleistung einmal mit herkömmlichen Bundesligaclubs vergleichen müsste. Sie griffen das Mittelfeld von Real derart früh an, dass Real kein Mittel des Angriffs fand.

Dazu den begnadeten Gabi im Mittelfeld, der mit Thiago und Koke jeden Quadratzentimeter Rasen verteidigte, als wenn es um „Leben & Tod“ ginge.

Der zwölfte Mann am Spielfeld und im Spielfeld Spielertrainer Simone tat sein Übriges. Was eine derart starke Motivation ausmacht, zeigt dieses eingeschworene Kampfgeschwader aus dem Arbeiterviertel von Madrid, die „Rojiblancos“ waren der wahre Sieger.

Bis zur 92 Minute war die Energie angelegt und der Sieg „schien“ sicher.

Da wurden unwahrscheinliche 5 Minuten verlängert. Ich denke mal ketzerisch:
Atlético durfte nicht gewinnen. Bei der Siegerehrung nahm der verschlagene UEFA Präsident Platini seinen ehemaligen Mitspieler Zidane (jetzt Co-Trainer von Real) in die Arme und flüsterte ihm ins Ohr:
„Ein Glück, das ich mit dem Schiedsrichter 5 Minuten Nachspielzeit vereinbart habe, Atlético durfte ja nicht gewinnen, für Dich hätte ich sogar 10 Minuten weiter spielen lassen.“

Platini, der aussieht wie ein zu lang gekochter Fleischklops, ist für mich die Inkarnation des Selbst-Betrugs und der Missachtung anderer Meinungen und des Respektes. Dagegen wirkt Zidane fast wie ein pubertierender smarter Spätkonfirmand.

Aber Monsieur Platini hat viel gelernt von seinem einzigen Ziehvater Blatter.

Beide gehörten eigentlich längst entfernt von der Fussballbühne und zur Sozialarbeit lebenslänglich verdonnert, gemeinsam mit Berlusconi. Das passt.

Was soll‘s: Simeone ist der wahre Toptrainer in dieser Saison, er wechselt nicht vor jedem Spiel die Taktik, sondern alle 15 Minuten.

Die Spieler haben es verinnerlicht: So was nennt man Moment-Management®!

Das Abstiegsdrittel war in dieser Saison einfach so spannend, als wenn es um die Meisterschaft gehen würde. Zeitweise lagen zehn Mannschaften fast gleichauf.

Der 1. FC Nürnberg hat dabei am meisten überrascht. Erst abgestützt, dann mit dem neuen Coach Verbeek gut vom Abstieg entfernt und dann doch nicht geschafft. Die Feiergesänge der Schalker Trostgemeinde werden Nürnberg helfen wieder zukommen. Viele Verletzungen. Guter Trainer und Panik am Schluss. Auf Wiedersehen nächste Saison im Oberhaus.

Das Tollhaus der Liga ist der HSV. Schon letzte Saison war der Abstieg eigentlich da und ich bat Herrn Kühne zu übernehmen… endlich.
Aber an der Elbe windet man sich elegant und hanseatisch von einem Aufsichtsratsmitglied zum nächsten. Da wollen 12 Menschen mitreden und einen überschuldeten Söldnerclub führen.

So ein Club muss endlich einen wohlverdienten Regenrationsprozess in der zweiten Liga starten und darf nicht im Oberhaus bleiben.
Mit viel Schmerzen: Sie haben es sich verdient.

Die Bundeligageschichte zeigt, dass es einfach anders nicht geht.

Schade, ein 0:0 und ein 1:1 sorgten dafür, dass der HSV im Oberhaus bleibt. Leider. Indem ich diese Kolumne schreibe, stimmen die Aasgeier mit den Tulpen ab. Ja zur wichtigen Erneuerung mit der letzten ausgemachten Positiv -gestalt wie Beiersdorfer oder weiter in den Abgrund.

Gerade haben Sie mit 86,9 % für die Erneuerung gestimmt. Herr Kühne übernimmt jetzt (teilweise). Poo der Bär!

Der 1.FC Köln hat‘s vorgemacht und kommt nun relativ gestärkt zurück.

Das Overath-Imago scheint abgeschüttelt. Stöger & Schmadtke machen einen unaufgeregten Job. Ob das so bleibt wird sich zeigen. Und das Damoklesschwert der Finanzen schwebt Meier sei Dank immer weiter über dem Geißbockheim. Ein harter Sanierer täte Not: Ich wüsste da einen.

Hannover 96 ist auch noch da, ja aber wie: Mein Verein, das ist bekannt.
Der Etat war genauso hoch wie die völlig überzogenen Erwartungen von Platz 6. Die Enttäuschung im Umkehrschluss adäquat. Die Roten spielten stark gegen den Abstieg und haben‘s gerade so geschafft.
Die Entlassung von Mirko Slomka war richtig, kam viel zu spät, und als sie Weihnachten kam, war keiner da der sie verkündete.

Nur die Überschrift der Süddeutschen schmerzte:
„Zu 60% ist er schon weg, zu 40% noch da“.

Keine Krisenkommunikation vorhanden – desaströses Medienwaldrauschen nach zweimal Europe League.

Der Nobody der Liga Trainer Korkut kann Bundeliga bestimmt, muss sich noch beweisen und viel lernen. Die Chance bekommt er mit neuem jungem Personal. Da kennt er sich aus, in der Jugend. Richtig wäre ein bescheidener Dreijahresplan.

Was leider auffällt sind skrupellose Spielerberater. Sie bringen ahnungslose Spieler immer mehr in Bedrängnis. Besonders gut oder schlecht bei meinem Lieblingsspieler Mame Diouf aus Hannover.

Aus der B-Mannschaft von Manchester United kommend, hat er sich in Hannover durchgesetzt und ist zum Publikumsliebling avanciert. Ein „Kampfschwein“ mit Köpfchen, der keinen Ball verloren gibt. Vorbild für die Nichtlaufbereitschaft mancher 96er diese Saison.
(Ich hoffe Sie haben den Ameisenschwarm Atlético alle gesehen, gegen die sie mal nach gutem Spiel ausgeschieden sind).

2 Millionen sollte er verdienen. 4 Millionen wollte er haben. Wolfsburg ist wohl bereit dazu. Aber vor Steuer. Es sollen 4 Millionen nach Steuern sein in England. Deshalb war ja schon mal Stoke City im Gespräch, wo immer das auch liegt.

Solchen Solbakkens sei (Un)Dank. Dieser Mann ist dafür bezeichnend, für Nicht-Kommunizierbarkeit von Formen und Formaten und Anstandsregeln im harten Geschäft. Das haben ja auch die beiden polnischen Nobodys von Lewandowski bewiesen mit Bayern München. Jetzt können sie endlich eine Blaubeerfarm in Posen aufmachen, mit dem vielen Geld.

Gruselig dieses Verhalten – wann greift hier endlich der DFB ein?

Was bleibt von Mirko Slomka? Die 10 Sekunden Regel.
Wann wird endlich wieder so in Hannover gespielt?

Wen haben wir vergessen?

Genau die Eintracht aus Frankfurt: Gut hat‘s der Armin gemacht. Hat man ihm nicht zugetraut. Er geht jetzt wieder! Freiwillig. Weiß sicherlich warum.
Stuttgart winkt mit der Vergangenheit und viel Geld!

Guten Spielen folgten miserable. Der Aderlass ist groß. Der Adler wird’s schwer haben. Schaaf kann jetzt zeigen, das er nicht nur Werder kann! Ich denke: Er wird richten!

Wen haben wir noch vergessen?

Natürlich den VFB Stuttgart. Letztes Jahr jammerte der schöne Bruno noch über seine Silbermedaille beim Pokalfinale und trat darauf herum, stimmt ja, Silber ist ja fast nichts mehr WERT heute. Aber schon hier deutete sich an, dass auch der VFB Stuttgart in einem Energiestau steckt.

Nach Labbadia, Schneider und dem Rumpelholländer. Da kam nichts und seit Jahren schon entwickelt sich noch weniger in diesem Verein.

Stuttgart 21 halt.

Man träumt vom magischen Dreieck (siehe meine Kolumne vom letzten Jahr). Aber ein Mitglied desselben Bobic konnte zwar spielen, aber nicht (mit)gestalten.

Jetzt haben die Gladbacher sich auch noch den einzigen LICHt-Blick Traoré geangelt, der in einer guten Mannschaft mächtig wirbeln wird.

Für den VFB gilt das Gleiche wie für den HSV. Beide Mannschaften hätten einen langen Neuaufbau in Liga 2 nötig gehabt, um sich zu regenerieren. Mit frischem, jungen Personal. Der VFB hat doch eine Top-Jugend, aber auch hier schwelgt man in glorreicher Vergangenheit. Daher holt man auch Armin Veh zurück. Ich hab ihn unlängst auf dem Stuttgarter Fernsehturm gesichtet. Ob er da wohl eine geheime DNA-Botschaft für den VFB von oben bekommen hat?!

Hertha und Werder, neben den Aufsteigern, gehören nächstes Jahr zu den ersten Abstiegskandidaten.

Gefreut habe ich mich über Hoffenheim. Mit Gisdol ein Top-Konzepttrainer. Die Hoffenheimer hat er gerettet bravourös (siehe meinen letzten Jahresrückblick).

Eine junge, ehrgeizige, offensivstarke Mannschaft gebaut, die begeisternden Fußball spielt. Da sind mir 5:3 Ergebnisse einfach lieber: Weiter so!

Gisdol hat es in dieser Saison geschafft sich zu etablieren, neben den Tuchels der Liga. Hoffenheim könnte so etwas wie die Gladbacher der 80er-Jahr werden.

Dafür bekommen Sie:

  1. Zeit und Geduld
  2. Reifemöglichkeiten
  3. Taktikverständnis eines Konzept Trainers aus der A-Jugend
  4. Und einen „Footbonaut“

Dieses Millionengerät kann jeden Pass simulieren und zwei Vereine besitzen es: Dortmund und eben Hoffenheim.
Gisdol ist sich sicher, dass diese Passmaschine langfristig für alle einen großen Mehrwert bringt.

Ich hatte Hoffenheim im letzten Jahr auf der Aufsteigerliste. Nächstes Jahr wird’s noch besser. Für mich sind die Kraichgauer das Team der Saison neben Bayern München. 72 Tore in einer Saison sind schon was. 70 Gegentore ebenfalls. Sei‘s drum…

Spieler der Saison: Insgesamt die jungen Nachwuchsleute. Die machen Hoffnung: Daum von Dortmund, Goretzka von Schalke, Hahn, Thiago.

Verlierer der Saison: Mario Götze (nie angekommen bei Bayern).

Symbol der Saison: Die Hinter-Tor-Kamera. Wann kommt sie endlich (doch)?

Zeichen der Saison: Das Netz in Hoffenheim oder besser das Loch darin, das Stefan Kissling nutze!

Aufsteiger der Saison: Der 1. FC Köln.

Der Griff der Saison leise und lautlos: Glückwunsch an den FC Barcelona, sie bekommen für mich die neue deutsche Nummer 1 im Tor: Ter Stegen!

Er ist vorbereitet, wie er sagte, als er deutschen Boden verließ. Er wird Spanisch können, wenn er startet. Man wünscht keinem Spieler etwas Schlechtes: Aber eine Wachablösung im deutschen Tor täte gut:

  1. Ter Stegen
  2. Zieler
  3. Neuer

Die Entwicklung der Saison: Der ZUFALL wird redundant!

Die Kurzpassphilosophie hat auch einen neuen Spieler. Physionomie bestärkt und entwickelt. Die neuen Rasentänzer sind gefragt… Filigran, leichtfüßig, schnell, hohe Technikaffinität, kleben am Spielgerät.

Es sind Rasen-Ballerinas, die sich immer mehr erotische Elemente erspielen, weil sie SIND!

Dazu sind diese Spieler extrem jung, kommen aus Jugendcamps und werden regelrecht in den Hochleistungs-Fußball gezüchtet. Dazu haben sie Coaches an ihrer Seite, die ihnen alles im Leben in der Fremdsendung bei-BRINGEN.

Hier liegt die große Gefahr einer durch Fußballfremdwahrnehmung zurückgekoppelten Wirkweise zu GRUNDE.

Völlig überdehnt. Vermainstreamt. Geschmeidig!

Was machen bloß dieses Spielertypen in zehn Jahren?

Zumindest zeigen sie uns heute eine unwiederbringliche Beweglichkeit und damit eine ZUFALLS-Hoheit, die immer mehr reduziert wird.

0:0 oder 1:0 Spiele werden heute oft durch NACH-LÄSSIGKEIT von Ballbesitz, Kraftimpulsen und Stellungs-SPIEL entschieden, weil nur hier der ZU-Fall die Lücke findet.

Viele Trainer auch der Bundestrainer erleben das jetzt zum Dogma, diese Spielweise des „redundanten Zufalls“. Doch das funktioniert natürlich nicht in jedem Spiel.

Das liegt an strategischen WIRK-Ketten, die Top-Trainer drauf haben müssen. Spielsysteme müssen mehr gemischt werden mit tiefstehenden Viererketten und überfallartigen Kontern, die von Gegner zu Gegner wechseln müssen. Nur so kann man Schwerathleten wie Ramos oder Treter wie Pepe in ihrer Wirkweise aus-Spielen.

Da sind wir wieder beim Philosophen und General SUNZI der schon (2500 v. Chr.) schrieb:
„Wahre Vortrefflichkeit ist es, insgeheim zu planen, sich heimlich zu bewegen, dem Feind einen Strich durch die Rechnung zu machen und seine Pläne zu vereiteln, sodass zumindest der Tag ohne einen Tropfen vergossenen Blutes gewonnen wird. Eine Spinnwebe zu heben, ist kein Beweis für Kraft; Sonne und Mond zu sehen, ist kein Beweis für ein scharfes Auge; den Lärm des Donners zu hören, ist kein Beweis für ein gutes Ohr.“

„Die alten Weisen nannten den einen klugen Kämpfer, der nicht nur siegt, sondern sich dadurch auszeichnet, dass er mit Leichtigkeit siegt.“

Das ist wie bei der Fußball Taktik und wie bei Friedrich Schiller.

Hier kommt es auf Instinkt, Aufstellung, Kampf und Spielweise und taktisches intelligentes Verständnis an und einen Trainer, der ein ständig neues sich ergänzendes Schwarmverhalten anbieten und umsetzen kann.

In der GRUND-sätzlichen Strukturveränderung des ZU-Falls im Fußball ist also noch viel SPIEL- Raum!

 

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