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„Die Trainer, die Mannschaften und die verdammte (Nicht-) Kommunikation“

Die Liga in Zeiten des Abschieds…

Grundsätzlich

Jetzt ist es doch raus, warum der stolze Katalane Pep Guardiola nach zwei Jahren (im Kopf) für sich entschied, den FC Hollywood zu verlassen:

„Normalerweise bleibt in der Kabine, was in der Kabine passiert. Die Leute, die gesprochen haben, wollen mich treffen“,

was natürlich extrem untertrieben ist, und er dachte laut:

Als ich nach München kam, habe ich nicht gedacht, ich bleibe nur drei Jahre.

Die Kabine eines Spitzen-Clubs ist wie ein Schweigekloster. Es darf nichts nach draußen dringen. Koste es was es wolle. Dieser Spitzenclub, der sich so famos mit dem Hauptsponsor Deutsche Telekom und den drei großen A`s: Adidas, Audi und Allianz-Anteilen in die Weltspitze katapultierte, kann halt nicht schweigen.

Und das ist offenbar dringend erforderlich, wenn man schon Urin-, Blut- und Fettwerte der Spieler minutiös kontrolliert, kann man das Quäntchen Unterschied zum Unterschied machen.

Ich habe Verantwortliche kennengelernt bei den Bayern, die derart arrogant daherreden, dass sie offenbar vergessen haben, wie wohltuend sich “redundantes Senden“ auf die Spiel-Moral einer Mannschaft niederschlägt.

Wenn dann noch ein physiotherapeutischer Schlagabtausch nach dem hochklassischen Sieges-Aus gegen Atlético Madrid nach draußen dringt, ist das schon mehr als ein Allerweltsfoul.

 

Meisterschale (Kopie)

Ja, der FC Bayern ist zum vierten Mal in Folge Meister geworden. Zum 26. Mal in der Geschichte des Vereins. Das hat noch keiner geschafft. Auf Jahre hinaus wird das wahrscheinlich so bleiben und wenn der Padre jetzt von Pep übernimmt, wird er vielleicht bei einem geschätzten Ruhepuls von 40, mehr aushalten als sein Vorgänger.

„Wir haben alle geweint als er bei uns gehen musste“, sagten einige Realspieler.

 

Siehe dazu auch meinen BLOG:

„Die Magie Chance Management als Muss“

http://dr-schwab.de/fussball-blog/die-magie-change-management-als-muss/

 

Mal sehen, wie es bei den Bayern wird, wenn die Erfolge ausbleiben sollten. Pep Guardiola ist und bleibt eine Lichtgestalt, hat die Bayern zu neuen Ufern fliegen lassen, das Tiki Taka eingeführt, welches Jogi schamlos für seine Dienste nutzen konnte. Und es auch tat. Löw ist so weit weg von der Spielkultur eines Pep Guardiola wie der Steubersche Transrapid von München zum Airport.

Dazu der ehemalige Bayern Spieler Jan Kirchhoff jetzt beim AFC Sunderland in Diensten:

„Ich denke nicht, dass wir wegen unseres unglaublichen Bundestrainers Weltmeister geworden sind. Ich denke, wir wurden es wegen Guardiola und Klopp.“

Löw wird in die Annalen des DFB als ein originalgetreuer Chinese eingehen: Nur wenn ich fleißig kopiere, was mir Pep und Kloppo vorgemacht haben, kann ich wirklich erfolgreich sein. Die Spitzenspieler haben diese Systematik geistig, mental und körperlich verinnerlicht. Und das hat nix mit einer Löw-Leistung zu tun.

Pep Guardiola hat das bundesdeutsche Fußballwesen entscheidend verändert, Spanien näher gebracht, eine komplett neue Fußballphilosophie eingeführt und landauf landab die Fans zum Schwärmen gebracht. Er hat einen der wenigen Fehler gemacht. Der entstand gegen den il padre aus drei Standards und Dantes Fehler beim Rückspiel gegen Real Madrid.  Gegen Barca ohne Ribéry und Robben auszuscheiden und jetzt ohne Innenverteidiger ins Halbfinale gegen die beste “grasfressende“ Teammannschaft der Welt zu gewinnen und doch auszuscheiden, das muss man erst einmal nachmachen.

Warum er im Hinspiel die beiden Leistungsträger Franck Ribéry und Thomas Müller gegen Atlético Madrid draußen gelassen hat, wird ein Rätsel bleiben, okay…aber was sagte er selbst:

“Ich bin nicht Gott“.

In 102 Bundesligabegegnungen brachte er die Bayern auf ein bisher nicht gekanntes Niveau. Eine Mannschaft, nach dem Triple seines Freundes “Cheynckes“, noch so zu motivieren nötigt allergrößten Respekt ab. Viermal hintereinander Deutscher Meister, Borussia Dortmund war im dritten Jahr lange ein harter Gegner.

 

CS + Bayern-2 (Kopie)

 

Liebe Freunde des “Deutschen Tellerrandfußballs“:

Schaut nach England oder Spanien, wo der FC Barcelona in eine große Krise geriet mit dem Traumtrio Messi, Sánchez und Neymar. Guardiola verlor nur ein Match in der Hinrunde. Das sind überragende Werte auch für eine hochambitionierte Mannschaft.

Als Dauer-Halbfinalist in Europa übrigens, ist Bayern München die konstanteste Mannschaft Europas.

Pep Guardiola wird in seiner Leistungsbewertung Unrecht getan in München und den Medien. Aber das hat immer etwas in diesem Land mit einer Neid und Missgunst zu tun. Hier freut man sich nicht über Leistungseliten und deren Vorbildfunktionen, hier motzt und meckert man so lange bis man Spitzenleute nach Manchester oder Wissenschaftler in die USA oder Australien vertreibt.

Trainerlegende Ottmar Hitzfeld muss es wissen:

„Guardiola wird nicht fair bewertet. Er hat Bayern und die gesamte Bundesliga aufgewertet. Jeder der es nicht als Sensationsleistung anerkennt, dass Guardiola Bayern drei Mal in Folge ins Halbfinale der Champions League geführt hat, hat keine Ahnung. Normalerweise fällt eine Mannschaft, die das Triple gewonnen hat, in ein Loch. Der Hunger ist weg. Man lässt nach. Aber Guardiola hat Bayern davor bewahrt und gierig gemacht. Er hat Bayern eine nie dagewesene Passqualität eingeimpft. Er hat ihnen Hochgeschwindigkeitsfußball eingetrichtert. Ich glaube, dass Guardiola in ein paar Monaten erst die Würdigung in Deutschland bekommt, die er verdient. Oft begreift man erst, wenn jemand weg ist, wie gut er wirklich war.“

Wie Ingoldstadts scheidender Erfolgscoach in der PK nach dem Spiel wörtlich in Richtung Guardiola beeindruckend folgerte:

„Zuerst mal: Pep, Du bist nicht nur ein Riesentrainer, du bist auch unglaublich bescheiden, wenn es einer verdient hat, diese Titel zu gewinnen, dann bist Du das. Du hast diese Mannschaft noch einmal auf eine Stufe gehoben, die unglaublich ist. Du hast auch gezeigt, was für ein unglaublicher Mensch Du bist.“

Wenn dann der Autor in der FAZ am Sonntag in seiner Unterschrift u.a. titelt:

„[…] bei allem Glanz, der die Ära Guardiola bisweilen umwehte, bleibt dies(e) auch als Missverständnis in Erinnerung“,

weiß nun dieser gar nicht, was die Begriffe:

„Empathie, Lockerheit und ein Lächeln“ dieses außergewöhnlichen Menschen wirklich bedeuten.

Und wenn man angeblich seine Nicht-Nähe beklagt, kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, man kann einfach nicht “Everybody’s Darling“ sein. Das geht in diesem Land erst recht nicht gut.

Dortmund hat sich dank Thomas Tuchel extrem gemausert. Sein Können konnte er richtig sichtbar anbringen, obwohl die Aubameyangs und Mkhitaryans einfach immer noch zu viele Chancen liegen lassen. Leverkusens Bernd Leno hat sich behauptet – Kompliment trotz des Horrorduos Roger Schmidt und Tante Käthe.

Und Gladbach hat den Favre-Knall bravourös weggesteckt und sich oben etabliert. André Schuberts Erfolg gibt ihm Recht. Der Führungswechsel hat sich ausgezahlt –

Schubert ist von Borussias Manager auch 2016/2017 gesetzt. Auch wenn ihm Spieler und Team seine “verdammte (Nicht-) Kommunikation“ zur Last legen.

Mannschaften der Saison sind in jedem Falle im oberen Mittelfeld:

Mainz 05 mit ihrem lautlosen und effektiven Trainer Martin Schmidt zum vierten Mal EL: Chapeau!

Die Aufsteiger, die sich nicht schön, aber in der ersten Liga behaupten konnten. Ralph Hasenhüttl und Dirk Schuster sei Dank. Kompliment.

Der Absturz der Saison ist der VFL Wolfsburg. Und der Niedergang des Nordens unisono.

Den VfB Stuttgart hatte ich im oberen Mittelfeld gesehen. Eine der wenigen Fehlprognosen, doch einer bestätigte seinen Ruf:

Da wo Dutt ist, ist eben grundsätzlich immer Abgrundgefahr.

Das Kopfzerbrechen um Dutts administrative Fähigkeiten siehe VOR-Blick  2015/2016 war berechtigt. Dutt verlässt den zweitklassigen VfB.

Und Schalke ist eben nur eine wilde Chaos-Gruppe aus „Explosionesien“, dem osramischen Ruhrpott, mit Aktionen, die die Welt nicht braucht. Jeder Trainer der Welt wird hier scheitern, wenn sich nicht grundsätzlich was tut.

Der FC Köln hat es vorgemacht, wie man spielen kann:

Lautlos, erfolgreich und trotzdem noch Geschäftstüchtig. Das Duo Schmadtke/Stöger hat unfassbares zu Wege gebracht:

Dass in Köln endlich gepflegter seriöser Fußball gespielt wird und die Zeit des Karnevalsvereins vorbei zu sein scheinen.

 

Die Clubs im Einzelcheck zum Ende der Saison 2015/2016

 

bvbBorussia Dortmund

Die Schwarz-Gelben sind Vizemeister 2015/2016 und das seit dem 30. Spieltag. Den Kloppschen Offensivfußball versah Tuchel mit Genauigkeit und mehr Ballbesitz. Außerordentlich ist beim BVB das junge Talent Pulisic, einer der jüngsten Bundesliga-Torschützen in der Geschichte, sowie die üblichen Verdächtigen Mkhitaryan & Aubameyang.

Mkhitaryan, welcher erst unter der Leitung Tuchels sein volles Potenzial ausschöpfen konnte, trug mit u.a. 15 Assists – die meisten 2015/2016 – enorm zum Erfolg bei. Fraglich ist, ob er noch bei der Borussia spielen würde, wäre Kloppo nicht nach England gegangen. Aubameyang hat die Krönung zum Torschützenkönig knapp verpasst mit 25 Treffern – ein auch im europäischen Vergleich absoluter Top-Scorer.

Waren die Borussen zum Ende der Rückrunde auch nicht mehr so verbissen wie zu Beginn – man bedenke das bittere europäische Aus gegen die Mannschaft des Ex-Trainers – kann man dem BVB zu einer tollen Saison gratulieren.

Gemeinsam sind sie das umsetzungsstärkste Team der Bundesliga; im Schnitt benötigen sie 7 Torschüsse für ein Tor.

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Direkter Einzug in die Champions League“.

So geht’s weiter:

Mein Appell: Gebt Tuchel einfach Zeit und Raum. Und Geduld. Er wird es in den nächsten Jahren richten.

 

GladBorussia Mönchengladbach

Trotz des plötzlichen Rücktritts von Lucien Favre trotzen die Fohlen einem Abstieg dank des jungen ehrgeizigen Trainers André Schubert. Er hatte die Strategie und Laufwege seines Vorbilds verinnerlicht und fand schnell den richtigen Ton nach 6 Niederlagen zu Beginn der Saison. Was da wirklich hinter den Kulissen passierte, weiß wahrscheinlich Favre nur selbst.

Sei´s drum, trotz zweier Schwächephasen ist die Borussia da, wo wir sie vor der Saison eingeschätzt haben. Auf einem CL Platz… Glückwunsch!

Schubert hat Top-Leute noch besser gemacht, Vertrauen geschenkt und Spitzenleute weiter geformt. Schon in der Vorrunde Hat Raffael sechs Treffer erzielt und acht Torvorlagen gegeben. 41 Torschussvorlagen und 34 Torschüsse.

Das Gladbach dann die Bayern 3:1 besiegte, veranlasste Granit Xhaka zu seiner Aussage:

„Auch die Bayern haben nur zwei Beine und zwei Hände. Man muss einfach Eier zeigen – und Mut haben.“

Schade, dass Xhaka den Verein in Richtung London verlässt.

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Erneuter Champions-League-Platz trotz Dreifachbelastung“.

So geht’s weiter:

Wieder ganz vorn CL Platz und diesmal vielleicht auch über die Gruppenphase der CL hinaus. Erfahrung macht’s halt, und Borussia wird sich weiter intelligent verstärken.

 

120px-Bayer_04_Leverkusen_Logo.svgBayer Leverkusen

Beim Spiel gegen Gladbach sollte Stefan Kießling sein Abschiedsspiel machen. Vorvertrag und Kindergartenplatz nebst Wohnung in Hannovers Hindenburgviertel hatte er bereits. Da machte er zwei Tore und noch nachts rief der CEO von Bayer Tante Käthe an und erklärte Stefan Kießling als unverkäuflich.

Obwohl dessen Trainer Roger Schmidt nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Vielleicht hat man da diesem Herrn gehörig ins Ohr gesprochen.

Bayer haben wir vor der Saison auf dem 6. – 8. Platz gesehen. Da gehören sie eigentlich hin, hatten aber einen sehr guten Lauf mit sieben Siegen in Folge als alle Europäischen Plätze sich in Luft auflösten. Dies ist sicherlich den schnellen umsetzungsstarken Spielern geschuldet wie Bellarabi und Chicharito. Der schnellste Mexikaner, den die Bundesliga je sah. Top-Torjäger in Leverkusen mit 17 Toren und 4 Assists, 3 der 17 Tore beim 5:0 Kantersieg gegen Gladbach und Chicaritos erstem Bundesliga Hattrick.

Die Entdeckung jedoch ist der blonde 20-jährige Julian Brandt. Extrem ballsicher und torgefährlich in der schnellen Eröffnung nach vorne. Zusammen mit Jonathan Tah (19) und dem quirligen bärenstarken Leader haben sie einen Trainer, der sicherlich an diesem Erfolg beteiligt ist, aber ein Unsympath par excellence ist.

Als er am 21.2.2016 gegen Borussia Dortmund lautstark eine Entscheidung des Schiris anging, verwies ihn Schiedsrichter Felix Zwayer kurzerhand auf die Tribüne. Als dieser das nicht einsehen wollte, unterbrach er souverän einfach die Partie für sechs Minuten, und lies sich nicht aus der Ruhe bringen.

Dazu Rudi Völler (aufgebracht):

„Was haben Sie eigentlich gegen Roger Schmidt? Es ist doch viel wichtiger, dass er keinen Elfmeter gepfiffen hat oder finden Sie nicht? Was meinen Sie? Wer hat uns mehr geschadet, der Roger Schmidt oder der Schiedsrichter? Nicht wenn das Mikro aus ist, sagen, du hast ja Recht.“

Gibt Vorschläge an den Schiedsrichter:

„Vielleicht hat er den Fehler gemacht, nicht hochzugehen. Aber das muss man jetzt doch nicht so aufpumpen, die Nummer. Man muss die Mannschaften doch nicht reinschicken. Geh doch hin und sag, Herr Schmidt, sie müssen auf die Tribüne, weil sie zu laut waren beim vierten Offiziellen. Warum hat er das nicht gemacht?“

„Sarkasmus“

„Ich weiß nicht ob Schiedsrichter Felix Zwayer jetzt gesperrt wird. Ich kann mir es mir nicht vorstellen.“

Es ist an der Zeit, dass der ungeliebte Rudi Völler in seine Schranken verwiesen wird. Und zwar deutlich, denn: Wer die Autorität eines Schiedsrichters derart mit Füssen tritt, schadet dem Fußball insgesamt stark. Für Millionen von jungen Spielern sind die Stars und Protagonisten der Liga Vorbilder. Und die vielen Hobbykicker, die jede Woche auf dem Platz stehen.

Daher setzen sich viele dafür ein, dass der eitle Roger Schmidt eine Strafe bekommen sollte. Das wäre wegweisend gewesen, auch wenn seine Karriere ohnehin bei Bayer vorbei gewesen wäre. Er war sowieso nicht weit entfernt von einem Rauswurf.

Kompliment trotzdem an Bayers junge Spargelspieler. 3. Platz. Top Ranking und verdient.

Wir lagen nicht ganz richtig im VOR-Blick:

„Zwischen 6 und 8 ist möglich. Nächstes Jahr vielleicht Europe League.“

So geht’s weiter:

Die Mannschaft kann es wieder unter die ersten 6 schaffen. Auch die Gruppenphase, bei guter Auslosung, der CL ist drin. Aber Griesgram Rudi Völler und der Narzisst Roger Schmidt sind die größten Gefahren dabei. In Wirklichkeit keine echten Teamplayer. Mimosen in Gelfrisur und Wirrwar-Kryptik. Hier wäre ein Neuanfang unter dem Bayer Kreuz auch mal fällig….

 

150px-VfB_Stuttgart_1893_Logo.svgVFB Stuttgart

Offenbar hatte man sich im Ländle am 13.2., nach dem 2:0 gegen Hertha, bereits zurückgelehnt. Der smarte Robby gab die Losung aus, feiert ordentlich und zelebriert schön Ostern mit euren Lieben.

Der Knackpunkt war das Spiel gegen den ABSTEIGER Hannover 96, als es aus 25 gefühlten Toren eine 1:2 Niederlage gab. Davon haben sich die Schwaben nicht mehr erholen wollen. Motivationsspezialist Dutt und Newcomer Trainer Jürgen Kramny wollten – offizielle Lesart – keinen Druck gegenüber der Mannschaft aufbauen. Unfassbar.

Komplette Ostern frei und feiern in Europa.

Höhepunkt des Duttschen Yoga-Ausflugs war dann das Mallorca Trainingslager vor dem entscheidenden Match gegen Werder Bremen: Wohlfühlatmosphäre, Fiesta-Feeling und traumhafte Dinnerplätze.

Ergebnis: Der Untergang und keine Gegenwehr beim 6:2 gegen Werder Bremen. Gegen Wolfsburg ersehnte man sich den Todesstoß. Der dann kam…

Stuttgart muss lange raus aus der Bundesliga. Jetzt hilft das Weinen natürlich nicht. Rührend der Auftritt von Dutt nach Spielende, rührend der Seufzer von Jürgen Kramny, der das eigentlich ganz ordentlich gemacht hatte, und noch rührender der Abgesang des Muttersöhnchens Großkreutz. Ganz große Theatralik.

Wiederaufstieg sofort: Ungewiss.

Bitte vorher alte Krusten entsorgen und den Chefuntergangspropheten Robin Dutt. Seine Stuttgarter Rente dürfte reichen, aber es wird sich sicherlich wieder ein No-Name Club finden, der diesen Chef-Chaotiker übernimmt. Größte Leistung von Dutt: Die Festanstellung eines Psychologen bei dem er am meisten vormittags auf der Couch lag. Aber es hat nix genutzt.

Stuttgart geht in die Geschichte der Bundesliga ein: Der Verein mit den meisten Funktionären und Spielern mit größten Tränensäcken. Bravo. Weiter so! Liga 2 freut sich auf Euer Kommen.

Wir lagen nicht richtig im VOR-Blick:

„Wenn man Zorniger lässt, einstellig.“

Klar war schon im VOR-Blick:

„Aber wer einen gescheiterten Trainer Dutt mit einem 3,2 Millionen Vierjahresvertrag ausstattet, der muss schon fast „lebensmüde“ sein.“

 

Die Norddeutsche Tiefebene

 

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Schon vor der Saison schwante da nichts Großes. Der HSV im Dauertief mit einem mittelalterlichen Patriarch und starren Strukturen in den Gremien. Werder Bremen notorisch klamm, Wolfsburg mit falschem Einkauf und überzogenem Trainer, und Hannover mit der völlig verfehlten Personalpolitik.

Da konnte nicht viel kommen.

 

 

werderWerder Bremen

Wir wissen nicht, was Claudio Pizzaro dafür bezahlt hat, dass er zu Bremen gekommen ist, um hier sein Gnadenbrot zu erspielen. Aber Pizza ist halt der Budenmacher. Ich denke, er wird mit 40 noch seine 14 Tore machen.

Unfassbar, wie er Werder immer wieder im Abstiegsspiel hielt und letztlich gewann. Das muss man einfach wissen, dass Werder eben nicht mehr international spielt und offenbar ungeeignete Finanzmacher am Steuer hat.

Wer kannte und kennt Thomas Eichin?

Der Eishockey Spezialist aus Köln sollte Werder nach vorne bringen. In seiner Amtszeit schmolz (so nennt man jetzt falsche Vereinspolitik) das Stammkapital von 40 auf 2 Millionen. Komplett falsche Einkaufspolitik. Als Allofs sich für 3 Mio. von VW kaufen lies war VW noch in Ordnung und Werder im Eimer. Wer in einer Turnhalle seine Jahresbilanz vorstellt und bittstellend durch die Wesermarsch zieht, der muss sich nicht wundern: Die großen Zeiten sind vorbei und Worpswede ist nicht weit.

Wer da alles eingekauft und verkauft wurde immer mit Nicht-Gewinn, kann einfach nicht mit Markt und Anforderungen und Fußballsachverstand vorgehen. Statt dem Verein Zeit zu lassen & in die Grün-Weiße Jugend zu investieren, wurden immer wieder “Nieten in Nadelstreifen“ verpflichtet. Dazu gehörte ja auch der der Tränenmeister der Nation Robin Dutt. Erst sein Nachfolger Viktor Skripnik machte mit der gleichen Mannschaft letztes Jahr fast alles richtig. Bravo.

Dieses Jahr hatten sich die Medien auf ihn eingeschossen.

Horror: Sportchef Eichin stieß ins gleiche Horn. Das ist ein No-Go. Verdienter Lohn: Entlassung.

Skripnik ist ein guter Bundesliga Trainer. Lasst ihm und Pizza noch ein Jahr. Aber bitte bessere Markt-, Marketing-, und Fußball-Entscheidungen, denn gerettet hat Werder auch eins:

Das unvorstellbar Treue und nicht nachtragende Publikum. Sie haben Punkt für Punkt mit erschrien, ertrampelt und erzwungen. Schlimm wäre es gewesen, wenn der Bremer Roland und die Stadtmusikanten auf die Treue dieses engagierten Bremer Publikums hätten verzichten müssen: Nicht auszudenken.

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Es wird leider schwer für Werder. Sie werden oft um Erfahrung kämpfen müssen. Die 0:3 Klatsche daheim gegen Schalke zeigt alles. Am 1. Spieltag.“

„Zwischen 10 und 16 sehe ich die Grünen“

So geht’s weiter:

Es wird wieder eng. Mehr als Platz 12 oder 13 sind nicht drin. Es wird wieder knapp.

 

wolfsburgVfL Wolfsburg

Letztes Jahr habe ich zum Schluss meinen kritischen Beitrag über den VFL Trainer Dieter Hecking etwas geschönt. Das bedauere ich.

Denn: Dieter Hecking ist und wird kein Spitzentrainer.

Nur Kevin De Bruyne zu verlieren und sich extrem zu verstärken reicht nicht. Da muss man einfach mehr bringen. Da hilft auch die gute Leistung im ersten Champions-League Spiel gegen Real nichts. Der DFB-Pokalsieger und letzte zweite hat eigentlich den größten Norddeutschen-Absturz hinter sich. Querelen auf und neben dem Platz zeigten, dass Hecking nichts gelernt hat in harten Tagen bei Nürnberg und in Hannover. Nachdem er Bas Dost im Europapokal nicht aufstellte und er lustlos im Training über den Platz taumelte, kritisierte er ihn öffentlich.

Ein No-Go. Intern ja extern nie.

Da war es mit der Wolfsburger HERR-lichkeit vorbei.

Dost schoss keine Tore mehr oder war verletzt vom 18.-28. Spieltag. Einen André Schürrle dürfte man niemals für 34 Millionen Euro kaufen. Schürrle ist ein Ergänzungsspieler mehr nicht.

Den größten Flop stellt Max Kruse dar. Außer beim 6:0 Kantersieg gegen Bremen wo Kruse, zwei Tore und eine Vorlage beisteuerte, war nicht viel zu sehen vom Max. Wenn ich 75 Tausend Euro im Taxi als Berufszocker verliere, muss ich eben gehen bei 5 Millionen Jahresgehalt. Was sagte sein früherer Arbeitgeber, zu recht und klug, Max Eberl bei Gladbach:

„Bei uns sind die Gehälter bei 3 Millionen gedeckelt. Gott sei Dank.“

Seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet Jogi dann auch schnell und Wolfsburg sollte nachziehen. Ab ins Zockerparadies und in den Pornodreh. Mehr ist nicht drin. Ein Spieler mit einer so wichtigen Vorbildfunktion, hat in der Liga und erst recht in der Nationalmannschaft nichts (mehr) zu suchen. Dafür wird die Abfindung ein paar Jahre reichen.

Alles das hat der biedere Dieter Hecking nicht gesehen und nicht regeln können. Er ist halt Provinz und hat durch Allofs 3 Millionen bei VW verdient. Unfassbar. Aber auch da muss man sparen. Maßlos hat er sich selbst überschätzt. Kruse und Hecking sind beide nicht mehr verwendbar. Allofs hat sich gerettet durch die 75 Millionen für de Bruyne. VW wird’s freuen, aber er hat sich bei seinen Einkäufen auch nicht mit Ruhm bekleckert. Schürrle und Draxler sind normale Bundesligakicker mehr nicht. Damit muss man scheitern in Europa.

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Die Bäume wachsen nicht so schnell in den Himmel. Geht de Bruyne noch jetzt auf die Schnelle, wird Wolfsburg maximal einen Europa League-Platz erringen – und das wäre viel.“

So geht’s weiter:

Also auch hier kompletter Neuanfang mit teilweise Topspielern. Schalke freut sich auf Naldo, und wir geben Wolfsburg mal nicht mehr als den 8 Platz max. in der Prognose mit hoffentlich neuem Trainer.

Hecking sollte sich mehr um seine 5 Kinder in Bad Pyrmont kümmern genauso wie Ursula von der Leyen um ihre 7. Sind ja nicht weit auseinander.

 

96Hannover 96

Jetzt wird’s schwer. Jeder weiß, das Hannover 96 mein Verein ist. Einmal rot immer rot. Vor der Saison habe ich orakelt und das mitgeteilt, Hannover 96 wird die Saison über gegen den Abstieg kämpfen.

Genauso ist es gekommen: Quasi ein Abstieg mit Ansage.

Es sind insgesamt 38 Fehler gemacht worden, erklärte uns ein Regionalblatt über Hannovers Negativbilanz, aber so einfach ist es dann doch nicht.

Zumal würde ich erst einmal die gemachten Fehler als große Chance sehen wie einst Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse:

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Wir wissen, dass ja auch aus der Motivationsforschung zu Genüge. Wer jetzt von Ferne über den Präsidenten sein Kreuz bricht, kennt Martin Kind natürlich nicht. Er ist der Vater des Erfolges, des wirtschaftlichen Erfolges, von Hannover 96 immer gewesen. Ja. Und hat natürlich damit eine extrem hohe Verantwortung. Im Interview mit der Neuen Presse Hannover sagte er süffisant:

„Ich habe Personalentscheidungen getroffen, die sich als schwierig dargestellt haben. Ich will keine Namen nenne, aber sicher gehört er  (Dirk Dufner) dazu.“

Ich kann das bestätigen, denn Dirk Dufner ist für mich der wahre Totengräber von Hannover 96.

Martin Kind weiter:

„Es war mein Fehler, direkt nach der Zeit von Herrn Schmadtke geglaubt zu haben, der nächste Sportchef wäre wieder ein Schmadtke. Ich dachte, wenn wir Schmadtke II haben, dann läuft das.“

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Dirk Dufner, den ich persönlich kennengerlernt habe, ist ein reiner Sportfunktionär, aber eben kein Sportchef. Er hat nicht den “ Stallgeruch des Grasfressers“, der alles hört und sieht am Transfermarkt und sich auch intensiv auseinandersetzt mit jungen talentierten Spielern. Oder gestandenen Profis, die in das Konzept bei Hannover passen könnten.

Wer direkt nach dem Spiel sich ins Auto setzt und nach Frankfurt zu Frau und Kind fährt hat, nicht die Berechtigung große Transfers für seinen Verein zu tätigen und sich in die Spielphilosophie einzubringen. Dirk Dufner ist nie in Hannover angekommen. Für ihn war Hannover 96 ein normaler Arbeitgeber und so normal hat er dann auch alles falsch eingekauft was zu kaufen war. Man hat ihm zu lange vertraut.

Da klingt es schon bedenklich, wenn Martin Kind über den U19 Coach Dieter Stendel sagt:

“Die Spieler, die er groß gemacht hat, sind eine Sensation, ich bin begeistert. Das wir von Ihnen nicht vorher wussten, ist schon ein bisschen schwierig.“

Der Präsident ist geläutert:

“Ich habe viel falsch gemacht, bin aber lernfähig.“

Er wird jetzt vielleicht zum ersten Mal beweisen, dass dieser Satz wirklich richtig ist. Hannover ist eine schöne Stadt mit unglaublich vielen Möglichkeiten. Man kennt nur TUI, Bahlsen und die Cebit und Hannover Messe Industrie.

Daher: Wir können alles und auch Hochdeutsch. In Hannover haben jetzt alle Verantwortlichen die große Chance des Neuaufbaus.

 

Dazu gehören in der Reihenfolge:

  • Eine extrem wichtige langfristig angelegte Vertrauenskultur zwischen allen Verantwortlichen des Vereins und den 550.000 Einwohnern der Stadt.
  • Ein komplett neuer Aufbau der Mannschaft. Sportchef Martin Bader ist meiner Meinung nach auf einem Top-Weg. 18 deutschsprechende Spieler soll´s geben. Und der jüngste Kader in der zweiten Liga. Unfassbar, das Top-Talent Niclas Feierabend (19) tödlich verunglückte nach seinem 19. Geburtstag.
  • Komplette Neuaufstellung der Geschäftsstelle. Hier muss ein Team geschaffen werden, das für die Roten bis in die Niederungen des Maschsees brennt.
  • Ein Kreis von Gesellschaftern der ernstgenommen wird und sich defensiv engagiert.
  • Ein komplett neuer Kontakt zu den Medien, wie es Jörg Schmadtke entspannt in Köln geschaffen hat.
  • Einen Präsidenten, der Verantwortung schenkt und zulässt und wenn es nicht geht eben handelt. Aber dann mit allen Konsequenzen bitteschön.
  • Ein Verhältnis zu den Fans und den Fanbeauftragten. Sie waren in der Vorsaison nicht dabei und haben durch ihre Kapitulation auch dazu beigetragen dass Hannover abgestiegen ist.

 

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Hannover 96 wird bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen“

So geht’s weiter:

Es geht nächstes Jahr gegen Kaiserslautern, Stuttgart, Karlsruhe, Nürnberg und Dresden und Braunschweig.

Schwere Kaliber.

Also gebt euch drei Jahre und dann kann Dete Kuhlmann immer noch sein Lied singen:

„96 alte Liebe 96 wird niemals untergehen…“

 

hsvHSV

Ich hatte letztes Jahr schon gehofft der HSV steigt ab. Zur Regeneration empfohlen. Erst ein Tor gegen Karlsruhe in der Verlängerung sicherte den Klassenerhalt. Und es ging munter weiter. In den letzten Jahren hat man Kapital, Fans, Mitglieder und Sachverstand verbrannt ohne Ende.

Der HSV ist zu einem “Hinter-der-Tür-Verein“ verelendet. Überall in der reichen Hansestadt gibt es in der Nähe des Kiez unscheinbare Restaurants, in der sich so jede Woche Nicht-Entscheider und Besser-HSVler treffen, um sich über die Nöte und Sorgen des HSV, ein und auszulassen.

Man braucht in diesen reichen Kreisen das Vehikel HSV, um es sich schön zu trinken und zu essen und im Riesen-Gremium von schön zu sprechen. Das bringt persönlich Freude und Spaß. „Da simma dabei“ sagt der Kölner, bringen tut es dem armen HSV wenig.

Wenn der König schmollt, läuft die Elbe stadteinwärts. So ist es halt. Um Fußball geht’s eigentlich nicht (mehr) beim HSV, sondern nur um Mitgefühl und Scampies in den Logen. Offensichtlich ist Bruno Labbadia der Chaos-Jongleur dieses Mainstream Teams, und schafft es offenbar immer den HSV vor dem Totaluntergang zu bewahren. Mit Zweitligaspielern oder Langzeitverletzten oder den Lasoggas dieser Welt, die alles können, bloß keine dauerhafte Leistung abrufen.

Hamburg ist ja so schön.

Wir hatten bereits vor zwei Jahren Herrn Kühne einen Brief geschrieben mit der Bitte, ausschließlich Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Hier wird alles so falsch gemacht wie bei Bono und Konsorten in Afrika. Bitte gebt kein Geld mehr, sondern zeigt dem HSV wie man Feuer macht und Wasseradern findet, wie man sie aufbereitet und dauerhaft pflegt.

Herr Kühne hat nie geantwortet sondern immer wieder gutes, schlechtem Geld hinterhergeworfen bis der „Direktor Profifußball“ Knäbel seinen Rucksack im Rotlichtviertel verlor, samt Gehaltslisten & Scouting-Reports.  Nur er musste dafür gehen, sonst keiner.

Hamburg ist eine der schönsten Städte in Europa mit verlässlichen Hanseaten, ich liebe die Stadt als Norddeutscher, aber so kann das auch im nächsten Jahr nix werden. Alles raus. 11er Rat abschaffen, Dreigestirn aufbauen. Harte Linie. Jugendarbeit starten. Frische junge Gesichter bringen, und sich nie wieder von der Plastikwelt der Van der Vaarts blenden zu lassen.

Wir lagen nicht richtig im VOR-Blick:

„Schwer zu sagen. Zwischen 18 und 15. Ich wünsche dem HSV den wichtigen und erneuerungswürdigen Abstieg zum Aufstieg“ Es wurde Platz 10 aber nur 4 Punkte von Platz 15“

So geht’s weiter:

So lange beim HSV die Strukturen nicht grundsätzlich aufgeräumt werden wird es max. Platz 10.

 

herthaHertha BSC Berlin

Die alte Dame hat Ihre Ziele für die Saison 2015/2016 mehr als erreicht.

Die Berliner haben es geschafft zu überraschen und spielten zum Teil vorne mit um die CL Plätze. Platz 3 erreichte Hertha mit Ihrem souveränen 4:0 Sieg gegen Darmstadt 98 als deren erster Bundesliga Gegner. Hertha fuhr mit dem 4:0 bei Darmstadt 98 am 16. Spieltag nicht nur den höchsten Saisonsieg ein, sondern sprang mit einer spielerisch abgeklärten Leistung erstmals in der Saison auf Platz 3. Schade, dass zum Ende hin die Kräfte schwanden. Nach Platz drei in der Hinrunde, Platz 15 in der Rückrunde stimmen wir Pál Dárdai zu:

„Der siebte Platz ist ein wunderschöner Platz“

Dardai, auch Trainer der ungarischen Nationalmannschaft, war es, der durch großes Engagement, Genauigkeit und einer „Gute-Defensiv-Arbeit“, die Hauptstadt träumen ließ. Die Berliner sind defensiv top, sie kassierten  42 Tore – nur drei andere Mannschaften bekamen weniger als die Hertha. Die Defensive hält auch Konterangriffen stand, so ließ Hertha die wenigsten Gegentore nach Konterangriffen zu.

Wir lagen fast richtig im VOR-Blick:

Zwischen 10 und 18 ist alles drin

So geht’s weiter:

Nächste Saison wird schwer. Dardai muss zeigen, dass er keine Einsaisonfliege ist. Die Erwartungen wachsen, der Geldbeutel ist klein. Wir erwarten die Hertha ab Platz 9 abwärts.

 

mainzFSV Mainz 05

Mainz 05 krönt seine erfolgreiche Saison mit dem 6. Tabellenplatz. Eine der besten Platzierungen seit 111 Jahren – verdient.

Eine Wahnsinns Erfolgsgeschichte. Vom 2. Liga Absteiger zum etablierten Erstligisten mit direkter Qualifikation für die Europa League.

Vom Ascheplatz in die Europa League. Ein Weg, den keiner diesem Verein zugetraut hätte. Das Bruchwegstadion in Mainz passt in dieses konträre Bild. Nie wird dieses Stadion glänzen können wie eine von Sponsoren besetzte Allianz Arena – doch die emotionale Bindung der Fans an ihr Bruchwegstadion ist bei jedem Heimspiel zu spüren.

Mainz 05 der Verein von Trainerprofis wie Wolfgang Frank, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel. Trainer, welche sowohl den deutschen Fußball durchgängig geprägt haben, als auch den Verein Mainz 05.

Einer der an die großen Trainerleistungen anschließen will – Martin Schmidt, der Schweizer; er verlängerte seinen Vertrag bis 2018. Auch er ein Motivator erster Klasse gepaart mit der richtigen Portion Demut. „Ein Menschenfreund“ titelte die Welt.

Schmidt versuchte sich auch als Automechaniker oder Skifahrer doch seine größten Erfolge feiert er mit Mainz 05. Gemeinsam mit Spielern & Leistungsträgern wie Yunus Malli, bester Schütze der Mainzer, 11 Tore & Jairo Samperio, welcher sich extrem gut entwickelt hat.

Erinnern Sie sich noch an die Winterpause, was die Bundesligisten „alles so in der Sonne trieben?“

Martin Schmidt zettelte ein knallhartes Teamtraining in seiner schneebedeckten Walliser Heimat an Die Mainzer trainierten und übernachteten in 2700 Meter Höhe in Zelten.

 

Walliser Berge (Kopie)

 

Noch heute sprechen die Spieler von einem „einmaligen Erlebnis“. Was professionelle Teamtrainings mit Reflexion und Umsetzungs-Transfer auslösen, zeigen wir seit Jahren auf den unterschiedlichsten Ebenen in Unternehmen. Schon in der Winterpause war klar, dass der Coach Martin Schmidt alles richtig gemacht hatte. Spieler wie Jairo, Cordoba, Latza, Clemens und vor allem Malli machten einen großen Leistungssprung. Auch die Debatten um den Weggang von Manager und Vereins-Ikone Christian Heidel zum FC Schalke warfen die Mannschaft nicht aus der Erfolgsbahn. Mainz 05 hat sich die vierte Europapokal-Qualifikation in elf Jahren verdient.

Wir lagen richtig im VOR-Blick

„Egal was passiert, unter den ersten zehn Mannschaften wird Mainz in diesem Jahr zu finden sein. Mehr liegt nicht drin, aber weiter nach unten wird’s nicht gehen.“

So geht’s weiter:

Weiter in der Europe League, wenn man Martin Schmidt lässt.

 

schalSchalke 04

Der Chaos Club schlechthin. Unfassbar das Verhältnis der Fans zu ihrem Club. Königsblau leidet und leidet eigentlich immer. Auch wenn es lacht das Blau. Herrlich die goldblinkenden Edelprolls auf der Toilette zu erleben. Und dann die Stimmung im Stadion. Für mich immer noch die schönste Arena in der Bundesliga.

 

Schalke (Kopie)

 

André Breitenreiter hatte einen sensationellen Start:

„Dieser Saisonstart hat ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt“,   

 frohlockte er und gewann drei von vier Auswärtsspielen.

Bester Saisonstart nach 44 Jahren. André auf Wolke Sieben. Nun ist es bloß so, dass auf Schalke Anspruch und Wirklichkeit wie beim 75. Geburtstag eines geliebten Verwandten – Happy und Birthday – getrennte  Wege gehen.

Und auf Schalke deutlicher denn je. Hier scheitern fast alle Trainer, die Männer im Hintergrund zetteln fast nach jedem Spiel „Happenings im Hinterhof von Gelsenkirchen“ an. Führungsköpfe lassen das zu. Kommunikation kann hier wirklich keiner und die Medien benötigen halt Kanonenfutter für Ihr Ablästern, Woche für Woche. Horst Heldt war viel zu klein, um die Meute in Schach zu halten. Schon bald nach den ersten verlorenen Spielen wurde er Stück für Stück demontiert.

Spieler der Saison ist sicherlich der 20-jährige Leroy Sané, der letzte Saison mit 13 Goals und einem spektakulären Auftritt gegen Real Madrid glänzte. Der junge Mann wurde dann sofort in Höhen von 50 Millionen Euro getrieben. Seine Dribbelstärke und Passgenauigkeit haben Jogi wohl veranlasst, Ihn mit zur Euro 2016 zu nehmen. Zweikampfstärkster Spieler der Saison (63 % Zweikämpfe gewonnen) ist Joel Matip. Jedes Spiel dabei und Abwanderer zu Liverpool.

Kein Team köpfte mehr auf das gegnerische Tor als Schalke. Trotzdem nur Platz 5.

„Heute war der Tag an dem sich der Fußball Gott hat blicken lassen“.

Wir wissen nicht welchen Grund Horst Heldt hier anführte.

Es könnte die eigene Entlassung durch den übermächtigen Präsidenten gewesen sein oder meinte er gar die Aussage seines Nachfolgers Heidel, der als erste Amtshandlung André Breitenreiter entließ. André weinte dann auch vor laufenden Kameras und versuchte die Aussage von Herrn Heidel irgendwie zu rechtfertigen. Die Götter sind groß im Ruhrgebiet. Die Helden alle Vergangenheit. Clemens Tönnies ließ aufhorchen als er Mainz Urgestein Heidel inthronisierte.

„Er wird jetzt der neue starke Mann werden mit allen Befugnissen“

sagte er fast erleichtert, schlägt er sich doch seit Jahren mit den Verwandten im Fleischimperium herum. Man darf gespannt sein, was Christian Heidel als zweite Amtshandlung angeht. Einen Trainer hat er noch nicht.

Empfehlung: Kommunikation und Teamfähigkeit. Zwei Fremdwörter, die man auf Schalke mal versuchen müsste einzuführen.

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Unter den ersten 6. EL Platz.“

So geht’s weiter:

Auch Christian Heidel wird’s nicht richten. Nächste Saison zwischen Platz 5 und 7. Europa League vielleicht. CL nicht. Wir alle sind gespannt, was aus „Explosionesien“ alles so kommt.

 

koeln1. FC Köln

Der FC hatte einen fulminanten Start mit drei Siegen. Und so was trägt. Einzige Ausnahme Schalke.

Wann hat es das gegeben?

Köln schlägt Gladbach 1:0, gewinnt souverän in Leverkusen. Deklassiert die Knappen in der Veltins Arena 3:0 und gewinnt gegen Dortmund am 17. Spieltag 2:1.

Wow!

Nur drei Mannschaften kassierten weniger Gegentore als der FC. Nur vier Mannschaften holten auswärts mehr Siege als die Domstädter.

Ich behaupte mal: Wenn Kölns Falcao, Patrick Helmes, nicht Sportinvalide geworden wäre, auf Grund von Knieproblemen, wäre Köln schon in diesem Jahr in die EL gekommen. Helmes war immer für 12 Tore pro Saison gut. Die Chancen waren zuhauf da.

Aber sei`s drum: Alle Neu-Einkäufe schlugen ein: Anthony Modeste, Leonardo Bittencourt, Frederik Sørensen und Simon Zoller. Großes Kino.

Ich habe Modeste in einigen Spielen 90 Minuten beobachtet. Er ist nicht nur Top-Scorer, sondern intelligenter Vorbereiter, er schoss 15 Tore & gab 110 Torschüsse ab. Rekord.

„Wir werden nächstes Jahr nicht die Champions League als Ziel ausrufen. Glaube ich. Hoffe ich“,

brummelt der Österreicher Stöger. Recht hat er. In Köln sieht man mittlerweile eine erbauliche Organik in der Entwicklung. Und die scheint geerdet.

Dafür ist vor allem Sportdirektor Jörg Schmadtke zuständig. Er wirkt tiefenentspannt. Ausgestattet mit ironischem Humor.

 „Ein Besuch in der Coaching Location macht mich sicherlich nicht dümmer“,

sagte er mir am Telefon. Und kam dann. Und überhaupt. Hochinteressant.

 

Schmadtke

 

Wer das Geheimnis des Erfolges von Jörg Schmadtke verstehen will, dem empfehlen wir zwei Top Bücher:

 

risiko (Kopie) Bauchentscheiidungen (Kopie)

 

Köln hat sich weiter entwickelt. Das unaufgeregte Duo Stöger/Schmadtke macht es möglich. Was erst wie eine Ein-Saison Fliege aussah, verfestigt sich. In Köln ist vom Geißbockheim bis in die Medien Demut eingekehrt. Das hat es noch nie gegeben. Andere Vereine können sich hier eine „Scheibe abschneiden“.

Wie hat das der FC diese Karnevalsdiva, diese Traumwelt, als „Über-Ich Welt“ das bloß geschafft?

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Mit der Solidität und der Unaufgeregtheit, einer weiter starken Abwehr und Torwart Timo Horn, traue ich Köln einen sicheren, einstelligen Tabellenplatz zu.“

So geht’s weiter:

Zwischen 7 und 10 wird Köln wieder landen mit der Luft nach oben. Mit etwas Fortüne ist ein 5 Platz durchaus erreichbar.

 

hoffenheim1899 Hoffenheim

„Ich mische Dinge, schieben sie in den Ofen und gucke, ob mir das schmeckt, was rauskommt“,

sinnierte lakonisch der neue Chefbubi Julian Nagelsmann von der TSG Hoffenheim. Cheftrainer Markus Gisdol und Uraltknurrer Huub Steevens scheiterten durch Motivationsverlust oder Gesundheit.

Julian kam, sah und siegte beeindruckend. Mit 28 Jahren jüngster Cheftrainer, der je in der Bundesliga arbeitete. Schon abgestiegen wurde er als Akt der Verzweiflung gewertet, machte in den letzten 14 Spielen 23 Punkte und sicherte den Rettungsplatz 15. So fast exakt prophezeit von mir. Mal kommt er mit Motorrad zum Training mal mit Mountainbike. Und für die Hoffenheimer, seit 9 Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse, ist der junge Himmelstürmer so etwas wie eine neue Identifikationsfigur.

Seit der Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp verschrien wird wegen seiner Millionen, sucht der Verein nach seiner Identität. Immer weht ein Fähnlein auf des Gegners Platz aber auch nicht mehr. Kunstvereine wie Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim haben es da seit Jahren nicht einfach. Entweder sie schaffen es durch die Millionen der Sponsoren oder eben auch irgendwann mal anders.

Julian Nagelsmann ist die große Chance der Ehre und des Herzens der Kraichgauer. Und er straft jene Lügen, die über ihn schreiben wie die Frankfurter Rundschau („Hoffenheimer Schnaps Idee“) oder die „Rhein-Neckar Zeitung“, welche von einem PR Gag berichtete. Sportchef Rosen und Klubchef Hopp gaben Ihr Jawort und das „Lausbubenlächeln“ löste den „ Knurrer aus Kerkrade“ ab.

Wow – zwingender konnte ein Wechsel nicht sein. Auf Platz 17 standen sie. Sieben Punkte hinter dem rettenden Platz als Nagelsmann kam:

„Das Spiel ist heutzutage so schnell, da ist Entscheidungsverhalten sehr wichtig. Es braucht kreative Lösungen, um, einen Abwehr Block zu überwinden, “

sagt Julian Nagelsmann wie einst Ralf Rangnick im aktuellen Sportstudio. Damit hatte er seinen Titel Professor des Rasens für ewig.

Mal sehen, welchen Titel Julian Nagelsmann nach der nächsten Saison innehat. „Das ist als säße man beim Italiener und datet seine Traumfrau – es muss alles passen“, philosophiert JN über die richtige Kabinenansprache. Mit  der Kommunikation scheint er sich intensiv zu beschäftigen. Ach ja, gespielt wurde auch noch. Spieler der Saison: Kevin Volland und Sebastian Rudy.

Wieder erwacht durch JN.

Garanten des Klassenerhalts waren auch die jungen wilden der TSG Jugendschmiede: Nadiem Amiri (4 Toren &  4 Vorlagen), Niklas Süle (effektivster Verteidiger der Bundesliga), und Philipp Ochs.

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Es wird eine schwierige Saison für Hoffenheim und die “Jungen Wilden“. Mit viel Glück stehen die Kraichgau am Ende zwischen Platz 10 und 14.“

So geht’s weiter:

Es wird wieder extrem schwierig denn Leistungsträger wie Volland suchen neue Herausforderungen. Platz 10 bis 15 ist drin. Nicht mehr.

 

 augsburgFC Augsburg

Der Geschäftsführer Sport, Stefan Reuter definierte vor Saisonbeginn  den Klassenerhalt als Ziel und backte kleine Brötchen.

Ziel erreicht mit Platz 12. Es ist nicht leicht so realistisch zu bleiben nach der grandiosen Saison 2014/2015 mit Tabellenplatz 5.

Dementsprechend spannend war die Augsburger Saison zwischen Europapokal und Abstiegskampf.  Die internationale Belastung war für die Fuggerstädter hoch. EL-Spiele wie die gegen Liverpool, bei denen Augsburg von Beginn an souverän und sehr gut spielte, kosteten Kraft.

Augsburg kämpfte um den Klassenerhalt. Sie retteten sich dann, auch Dank Ihrer Super – Abwehrleistung, pflichtbewusst am vorletzten Spieltag. Einer der explodiert ist – der Isländer Alfred Finnbogason. Der Nationalspieler entwickelte sich zum siebenfachen Torjäger. Einer wie er, hatte den Augsburgern lange gefehlt.

„Wir haben unsere Ziele erreicht und sind sehr stolz“,

so Markus Weinzierl am Saisonende. Weinzierl hat den FCA permanent weiterentwickelt, die Leistung stets gesteigert & Erfolge generiert.

Seine Krönung war die Saison 2014/2015 – jetzt ist Zeit für (s)einen CHANGE. Weinzierl zieht weiter, sein Nachfolger vom direkten Konkurrenten 2015/2016 Darmstadts Coach Schuster, steht in den Startlöchern. Weinzierl wird versuchen dem Chaos auf Schalke Herr zu werden. Neben Weinzierl hat beim FCA der südkoreanische Nationalspieler Ja-Cheol Koo mit seinem Hattrick im Spiel gegen Leverkusen Geschichte geschrieben – Klasse gemacht.

Das Kampfschwein Bobadilla rettete so manchen Punkt. Wer mal in Augsburg war weiß: Diese Mannschaft hat Feuer, Spirit und Leidenschaft und gehört in die Bundesliga.

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

“Es wird schwer dieses Jahr. Zwischen 9 und 14 ist alles drin. Mehr leider nicht.“

So geht’s weiter:

Unmittelbar vor dem letzten Spiel gegen den Hamburger SV klärten die bayerischen Schwaben eine wichtige Personalie. Der zunächst nur von San Sebastian ausgeliehene Stürmer Finnbogason unterschrieb einen langfristigen Vertrag bis 2020 beim FC Augsburg. Auch Routinier Markus Feulner hängt noch ein Jahr dran. Augsburg wird es wieder schaffen mit Dirk Schuster. Aber alles andere als ein zweistelliger Tabellenplatz wäre eine positive Überraschung.

 

ingolFC Ingolstadt

Der FC Ingolstadt hat seine Erstliga Premiere souverän mit dem 11. Tabellenplatz 2015/2016 gemeistert. Getreu Ihrem Vorhaben: „Geschichte neu schreiben“, rechtfertigten Sie Ihr Dasein in der 1. Liga: Hier lieferten Sie offensiven Fußball, mit schnellem Umschaltspiel und guter Laufarbeit beim Pressing.

Es war eine grandiose TEAM-Leistung: die Spielart & taktischen Glanzleistungen von Trainer Ralph Hasenhüttl, Die  „Bastion Schanz“ im AUDI Sportpark, der Strafstoß –Spezialist Moritz Hartmann mit 12 Toren und die Mentalität der Schanzer – All das machte Sie diese Saison so erfolgreich.

Die ersten drei Auswärtsspiele gewannen die Ingolstädter zum ersten Mal als Aufsteiger. Vorher schaffte das keiner.

„Uns zu schlagen wird nicht einfach werden, und wir werden unsere Punkte holen.“

Einfach aber wahr.

Hohes Pressing. Knallharte Verteidigung, eingespieltes Team und mit Taktikfuchs Hasenhüttl ganz nach vorne. Das hatte wirklich keiner erwartet. Chapeau. Auch wenn es manchmal nicht schön aussah. Erfolgreich wars allemal. Hasenhüttl wird die Schanzer verlassen in Richtung Leipzig: Das Geld ruft. Nachfolger wird der Karlsruher Trainer Markus Kauczinski.

„Durch seine bodenständige und geradlinige Art passt er perfekt in unsere Mannschaft“,

philosophiert Sportchef Thomas Linke. Mal sehen. Von ihm wird in der Tat viel abhängen.

Wir lagen nicht ganz richtig im VOR-Blick:

„Wenn es gut läuft Relegationsplatz.“

So geht’s weiter:

Der wohl bedeutendste Wechsel findet im Sommer auf der Trainerposition statt. Markus Kauczinski vom Karlsruher SC beerbt Ralph Hasenhüttl, der den FCI in Richtung RB Leipzig verlässt. Einige namhafte Spieler verlassen die Ingolstädter. Wir denken, es wird schwer im zweiten Jahr die Liga zu erhalten, wie fast alle Erstaufsteiger es im verflixten zweiten Jahr schwer haben werden.

 

darmstadtDarmstadt 98

Die Wilden, die Versprengten, die Gescheiterten, die Aussortierten hatten sich frei nach John Wayne in einem  Western zusammengefunden, um der Welt das Fürchten zu lernen in der Bundesliga. Das „Leicester der Hessen“- kam sah und bestand den Härtetest. Dirk Schuster machte mit dem Klassenerhalt sein Meisterstück. Das war die Überraschung der Saison. Sechs Auswärtssiege. Starkes Pressing. Hohe Laufbereitschaft und eben halt extreme Teamfähigkeit.

Darmstadt zeigte im “Erkämpfen des Rasens“ mit jedem Zentimeter Gewinn, wie ein wirkliches Team alles für den anderen tut.

Unrühmliches Gegenbeispiel: Der VFB Stuttgart!

19 von 38 Toren aus ruhenden Bällen. Weihnachten Platz 13, am Ende Platz 10.

Glückwunsch.

Mehrere Leistungsträger werden den Verein verlassen. Dazu auch Sandro Wagner, der “ungeliebte Geliebte“, der seinen alten Clubs Bremen und Hertha empfindliche Niederlagen beibrachte. Und wenn das Trainerkarussel mit dem Booking von Augsburgs Trainer Weinzierl zu Schalke sich dreht, pfeifen es die Spatzen vom Friedhof Helmut Haller´s und Roy Black: „Der Abschied ist leider so nah“.

Erfolgscoach Dirk Schuster wechselt in die Fuggerstadt.

Das wird schwer zu kompensieren sein. Die Umkleidekabine der Lilien „riecht nach Fußball“ sagte Pep Guardiola beim Besuch am Böllenfalltor.

Underdogs greifen häufig aus dem Nichts an, aber wie heißt es so schön:

„Wie gewonnen so zerronnen“.

Nächste Saison ist Schluss liebe Lilien. Schade.

Wir lagen nicht richtig im VOR-Blick:

„16 bis 18.“

So geht’s weiter:

Bis max. Platz 15 nach unten.

 

150px-Eintracht_Frankfurt_LogoEintracht Frankfurt

Wer das Relegationsspiel am 23.5. zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg gesehen hat, dem schwant nichts Gutes. Sicherlich waren alle aufgeregt wie im ersten Match, aber dieses war mehr drittklassig als erstklassig.

Armin Veh war hoffnungsvoll gestartet in die Saison. Europlatz war angesagt und der Blick in die Sterne geworfen. Plötzlich war Armin Veh der Buhmann. Ziemlich genau da als Goalgetter Alex Meier sich langzeitverletzt abmeldete.

Er bestritt nur 19 Saisonspiele trotzte einem verlockenden Angebot aus China, für 7 Millionen pro Saison, und schleppte sich mehr schlecht als recht in der zweiten Halbzeit gegen Nürnberg über den Platz. Ich denke, mal mehr als visuelle Einschüchterung des Gegners.

35 % der Tore markierte Meier für Frankfurt. Der höchste Anteil im Verhältnis zur gesamten Liga. Da sieht man wie wertvoll ein Spieler sein kann und wie sehr dann ein Trainer für Ausfälle, warum auch immer, verantwortlich gemacht werden.

Großartig der Satz von Veh über seinen Torjäger, der einem Buch für Quantenphysik entlehnt sein könnte:

“Armin ist kein normaler Spieler. Er ist unnormal. Und daher ist seine Leistung auch wieder normal“

Genützt hat es Veh nix. Er musste gehen.

Warum man dann dem Newcomer Pärchen Niko und Robert Kovac das Vertrauen schenkte entzieht sich meiner Kenntnis.

Hier hatte man den Eindruck die Mannschaft rettet die beiden, als umgekehrt. Sie werden keine weiteren 10 Spiele bei der Eintracht als Betreuer machen. Da wette ich eine Frankfurter Wurst drauf.

Jetzt ist noch Fredi Bobic da, um die Kroatien-Slowenien Mafia zu komplettieren. Das wäre dann der Anfang vom Ende der nächsten Saison.

Fredi ist sympathisch, ich kenne ihn persönlich, als Spieler bei Stuttgart, Leverkusen und Hannover einfach spitze. Aber alles andere sollte er sein lassen in Sachen großer, politischer & administrativer Fußball-Bühne.

Frankfurt braucht einen kompletten Neuanfang, ohne die Kovac Brothers und andere Lichtgestalten.

Der Urvater des Frankfurter Erfolges Heribert Bruchhagen hatte deutlich Tränen in Nürnberg in den Augen. Es war sein letztes Spiel als Präsident.

Ein Bundesliga-Urgestein, bodenständig, weitsichtig, empathisch, und erfolgreich zieht sich mit jetzt 68 Jahren in sein Dörfchen Harsewinkel im Pott zurück.

Sehr schade. Einer der Großen und Stillen der Bundesliga geht. Ich werde Heribert Bruchhagen auch als kritischen Geist der Liga sehr vermissen.

Er deckte ja auch den Skandal um den DFB-Sportchef Oliver Bierhoff auf. Beim DFB angestellt für ein Millionen Gehalt, darf Bierhoff mit seiner Agentur, projekt b GmbH, alle DFB Leistungen vermarkten vom Koch bis zum DFB Bierdeckel. Warum eigentlich?

Damit widerspricht er jeder Compliance Regel. Blatter lässt grüßen. Geändert hat das bis heute keiner. Denke mal, weil er unterbezahlt ist. Wir gehen sammeln. Was macht eigentlich Herr Bierhoff beim DFB?

Kevin Trapp ging zu Paris St. Germain. Der Finne Lukáš Hrádecký ersetzt ihn mehr als gut. Positivträger, Rückhalt und Teamspieler. Das 6:2 Torfestival gegen Köln mit drei Alex-Meier-Toren war das eigentliche Highlight der Saison.

Das wird nächste Saison nicht reichen.

Die Eintracht muss sich neu erfinden. Ob das ohne die Lichtgestalt im Hintergrund geht, mit den Bluesbrothers Kovac und dem neuen Taktgeber Fredi Bobic, wage ich zu bezweifeln. Die Liga zu managen, ist anders auf dem Feld zu agieren. Die glorreiche Eintracht wird es extrem schwer haben in der neuen Saison.

Wir lagen nicht richtig im VOR-Blick:

„Sechs bis zehn.“

So geht’s weiter:

Zwischen 10 und 16.

 

180px-Logo_FC_Bayern_MuenchenFC Bayern München

Es sah wieder leicht aus, war es diesmal jedoch nicht, dank Tuchel und der wiedererstarkten Borussia aus Dortmund. Am 8. Spieltag übernahmen die Bayern das Ober-Kommando und gaben es bis zum Ende nicht mehr ab.

Vier Meisterschaften in Folge. Jetzt 26-Mal und Pokalsieger. Das ist schon was. Am 25. Spieltag erkämpften sich die Bayern in Dortmund ein 0:0. Erst da war die Aufholjagd der Liga gebrochen.

 

pep weissbier -6 (Kopie)

 

Die zehn Punkte Abstand drücken nicht wirklich aus, wie nah dran die Borussia wirklich (manchmal) war.

Spieler der Saison, Spieler der Bayern, Spieler der Liga war Robert Lewandowski. 30 Tore schossen bisher nur Gerd Müller und vor 39 Jahren Dieter Müller. Chapeau. Für mich ist RL der kompletteste Stürmer, auch wenn er eine längere Durststrecke hatte. Laufbereitschaft, Zweikampfstärke, Kopfball und Beinarbeit. Jedes Team würde sich glücklich schätzen, diesen Spieler beschäftigen zu können. Sein 5er-Pack gegen Wolfsburg wird ihm so schnell keiner nachmachen.

Kapitän Phillip Lahm:

„[…] dass er nicht mit sieben nach Hause gegangen, ist schon enttäuschend.“

Hoffentlich bleibt er bei Bayern. Seine beiden polnischen Berater sind „Hyänen des Geldes“ und sehen nur Ihren Vorteil. Das unsägliche Hin- und Her zwischen Ihnen, Borussia Dortmund und Bayern haben wir noch in Erinnerung.

Aufsteiger der Saison ist Joshua Kimmich, der auch in höchsten Tönen von seinem Trainer schwärmt. Er zeigt Demut und Dankbarkeit und steht nun im Kader des DFB für die Euro 2016 in Frankreich. Vielleicht aus Ermangelung aber immer persönlich und nachhaltig. Wenn man auf beide Innenverteidiger aus Verletzung verzichten muss, und dann diesen jungen Mann aufbaut und Vertrauen schenkt, heißt das schon etwas.

Aufhorchen dieser Tage lässt Mario Götze. Er war ja lange verletzt und nicht der Wunschspieler seines Trainers.

Er hat das aber weggesteckt und wirkt geläutert. Da ja in Bayern zu viel geredet wird, trennt er sich am 23.5 von seinem Berater Volker Struth, dem ehemaligen Wimpel Verkäufer, der ihm öffentlich zum Vereinswechsel riet.

Herr Struth auch hier heißt es: “Schnauze halten“.

Pustekuchen. Jetzt übernimmt sein Vater: Der kluge Prof. Götze und Götze macht das, was keiner ihm zugetraut hat.

Er nimmt den Kampf im interdisziplinären Mittelfeld an.

Bravo Mario. Ich finde das bewundernswert. Und eine Chance, an die keiner gedacht hat. Die Bayern werden wieder 65 Spiele haben und zwei Mannschaften aufbieten müssen.

Götze will es sich vor allem hier selbst beweisen. Und Ancelotti ist sicherlich ein väterlicher Förderer in jeder Hinsicht.

Wir lagen richtig im VOR-Blick:

„Meister ja. CL Sieger wieder nein. Wenn nicht noch ein De Bruyne  auftaucht.  Am Ende Adios Guardiola und Gute Reise. Du wirst uns fehlen…“

So geht’s weiter:

Mit Carlo Ancelotti nächste Meisterschaft und auch die CL sollte mit dem neuen Kader, der Guardiolaschen Philosophie und der ruhigen Hand des Padres erreichbar sein. Die Abwehr mit Hummels ist weltmeisterlich und der 18-jährige Sanchez lässt die Bayern vom ersehnten CL Cup träumen. Alles ist möglich, und das Ganze mit Götze. BRAVO.

 

Die Talente des letzten VOR-Blicks. Wo lagen wir richtig in der Einschätzung?

siehe auch:

http://dr-schwab.de/fussball-blog/der-bundesliga-vor-blick-2015-2016/

Eigentlich bei allen:

Wie Jonathan Tah bei Bayer mit 20 Jahren offensiv verteidigt hat, wie Joshua Kimmich eingesprungen ist in der Abwehr bei Bayern, stark gefördert von Guardiola und von ihm immer wieder gedankt, wie Timo Baumgartl beim VFB trotz Abstiegs agiert hat, und wie Julian Weigl als Zweitligaspieler zum Stammspieler bei Borussia Dortmund wurde, alles das haben wir im letzten VOR-Blick prognostiziert. Natürlich auch Leroy Sané von Schalke, der 2017 spätestens zu Bayern geht. Bis auf Baumgartl sind alle im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft.

Wenn das kein gutes Ergebnis ist?

Nur einen hatten wir nicht auf dem Zettel. Ich habe ihn mehrmals beobachtet: Julian Brandt von Bayer Leverkusen. Offensives Mittelfeld, dribbelstark, ballsicher, Zug zum Tor, immer brandgefährlich, passsicher mit 20. Ihm gehört die Zukunft im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft. Die Entdeckung der Saison. Schon jetzt erweiterte Nationalmannschaft.

Alle diese jungen Spieler benötigen eine entsprechende Begleitung von erfahrenen (privaten) wie auch professionellen seriösen Beratern. Dann wird’s was. Das ist oft schwierig!

Einen jungen Spieler würdige ich jetzt.

Emre Can (22) vom FC Liverpool, vorher Leverkusen und Bayern München.

Er ist eine feste Größe bei Liverpool und schon enorm gefestigt. Stammspieler bei den Reds und Klopp setzt auf ihn. In der Nationalmannschaft bisher nicht immer top, aber trotzdem auch hier eine feste Gösse. Ein Mittelfeld mit Can, Sané und Brandt kann ich mir mittelfristig für die Nationalmannschaft durchaus vorstellen.

Chapeau.

Spieler der Saison

245 Spieler der Bundesliga haben anonym gewählt und Mkhitaryan zum Feldspieler der Saison gekürt mit 31,3%.

Das sehen wir anders. Der Zweitplatzierte Robert Lewandowski (22,1%), ist für uns Spieler der Saison. Der kompletteste Stürmer der Liga in Laufarbeit, Abdeckung des Balles und dem Instinkt des Goalgetters (30 Tore) bedeuten für uns Platz 1.

Top-Trainer der Saison

Ganz klar Thomas Tuchel (anders als der Kicker es gehen hat 5. Stelle mit 14,5 %). Wenn einer den Zweikampf an der Spitze interessant gemacht hat, dann der Asket aus Dortmund. Erst danach lange nichts dann, zu recht, Pal Dardai von Hertha BSC (17,5%) gefolgt von Dirk Schuster (16,2 %) Darmstadt 98 und Nagelsmann (15,7 %) aus Hoffenheim sowie Hasenhüttl (11,5 %) von Ingolstadt.

André Schubert sehen wir grundsätzlich hinter Tuchel und Dardai an dritter Stelle.

Top-Verlierer Trainer der Saison

Ganz klar an erster Stelle Dieter Hecking. Unserer Meinung nach ein Trainer, der durchaus im unteren Mittelfeld eine Bundesligamannschaft trainieren kann, aber eine Spitzenmannschaft in Motivation, Kommunikation sowie Innen- und Außen-Darstellung empathisch vertreten? Nicht geeignet.

Dazu kommt auch Alexander Zorniger, den ich kommunikativ und motivatorisch sehr gut gesehen habe. Einziger Ausreißer bei uns.

Beide eigentlich nicht erstligatauglich.

Und dann noch Thomas Schaaf. Er hat über Jahre Großes geleistet bei Werder Bremen und ist ein Bremer. Geblieben.

Aber nie ein über die Weser blickender Top Coach. Alle wussten, dass Hannover 96 durch die komplett falsche Einkaufspolitik eines Herrn Dufners nicht erstligafähig ist. Dann kann ich mir nur das große U- 19 Potential angucken, wie Daniel Stendel, oder eben nicht kommen.

Thomas Schaaf hat sich in Hannover fürs Altenteil verbrannt. Sorry, aber leider wahr. Bitte nie wieder.

Top-Fußball Manager der Saison

Ganz klar Christian Heidel von Mainz 05.

Wenn man die Größe der Stadt sieht, das Umfeld und die Effizienz der Wirtschaftlichkeit, muss man den Hut ziehen. Im Schnitt gaben die Mainzer 0,8 Millionen pro Spieler aus, das bedeutet in der Bundesliga Platz 16.

Wirklich landeten Sie am 24. Spieltag auf Platz 6 und spielen nun zum vierten Mal EL.

Anders gerechnet:

So wenig wie die Mainzer gab kein einziger Club in der Premier League pro Spieler aus. In Spanien, Italien und Frankreich wäre Mainz gar nicht aufgetaucht. Mainz widerlegt eine Regel: Money schießt Tore.

Dann kommen schon Kölns Sportmanager Schmadtke und Gladbachs Max Eberl.

Beide haben sich enorm entwickelt und gezeigt, wie man vernünftig unternehmerisch mit Geld umgehen kann.

Schmadtke verkaufte erst Kevin Wimmer zu Tottenham für 8 Millionen (250 Teuro eingekauft) und jetzt, den aus der FC Jugend gekommenen Gerhardt, an Wolfsburg für geschätzte 14 Millionen. So was muss ein Manager unbedingt können, um die Vereine (über) lebensfähig zu machen.

Eberl macht jetzt sein Meisterstück.

Für 8,5 Millionen eingekauft, geht jetzt der Schweizer Nationalspieler Xhaka, an den FC Arsenal für 40 Millionen.

Gratulation.

Ähnlich gut sieht es in Ingolstadt und Darmstadt, sowie Gladbach und Hertha BSC aus. Alle Vereine haben sich sehr gut positioniert im Verhältnis zwischen Ausgaben, Team und Trainingsleistungen.

Eine eingehende Studie darüber, was Fußball Manager mit welchem Kapital richtig oder falsch machen, würde sicherlich Erstaunliches aufzeigen.

Auch Thomas Linke von Ingolstadt hat sich positiv hervorgetan. Keiner hätte Ingolstadt diese Platzierung im ersten Jahr der Liga zugetraut.

Nicht-Top Fußball Manager der Saison

Erster Absteiger, weit weg, aber war ein Komplettmissverständnis, um es ganz ganz vorsichtig zu sagen: Dirk Dufner von Hannover 96 . Alles, was er angefasst hat, ging nach hinten los. Alle Spielereinkäufe waren Flops, weil er es ja nicht konnte.

(siehe Hannover 96…)

Und auch wieder vorsichtig: Er ist extrem bewegungsarm, versprüht kein Esprit, besitzt kein Feuer, kein Blut der Liga. Job komplett verfehlt.

Mindestens genauso schlecht und keine Bindung zu Menschen & Mannschaften: Robin Dutt. Er hat Vereine wie Leverkusen, Bremen und Stuttgart irgendwie beraten und ist überall gescheitert. Wir beten und raten anderen Vereinen niemals mehr mit Herrn Dutt zu arbeiten. Er hat gezeigt, dass er es nicht kann. Rote Karte auf Lebenszeit.

Und natürlich Thomas Eichin von Werder Bremen. Fristlose Kündigung nach Klassenerhalt. Recht so. Gründe (siehe Einzelcheck Werder).

Ebenso wie Horst Heldt. Der kleine Stuttgarter Mann hat auch auf Schalke nicht das hinbekommen, was er sollte. Völlig falsche Trainerpolitik. Millionen verbrannt. Gazprom sei Dank. Neuversuch: Stuttgarter Kickers.

Absteiger der Spieler Saison

Ganz klar für uns Max Kruse. Wer sich für 5 Millionen Euro Jahresverdienst nicht quält und dafür zockt und pornografisch tätig ist, ist nicht wirklich im Geschehen. Hier muss man auch wieder den Profilern des VFL Wolfsburg Klaus Allofs und dem Trainer Dieter Hecking die Schuld geben, aber nicht dem Spieler:

So etwas sieht man, hört man, untersucht man und weiß es?

Du BIST wie Du BIST.

Und was sagte der Erdgeist im Faust von Goethe:

„Du gleichst dem Geist, den Du begreifst“

Und so etwas müssen die Profiler ahnen, riechen & erlesen.

André Schürrle und Julian Draxler. Ganz klar. Niemals die Millionen wert, die Klaus Allofs da für das De Bruyne-Money wieder ausgegeben hat.

Also drei Fast-Fehlkäufe von Allofs. Er sollte mal schwer in sich gehen.

So was ist abmahnungswürdig.

Ich habe Schürrle bei Chelsea live erlebt. Er ist mir da positiv aufgefallen. In Wolfsburg ist er wie sein Kollege Julian Draxler nur Ergänzungsspieler. Und das ist für junge Spieler in ihrer Entwicklung schon bedenklich.

Dazu Kevin Kuranyi. Er hat seine Millionen verdient in Moskau und sollte wirklich jetzt an seine zweite Kariere denken.

„Phönix- aus- der–Asche“ Spieler der Saison

Ganz klar entgegen anderer Meinungen: Mario Götze.

Wer mit 20 überragend spielt, wer den Übervater Kloppi an seiner hat, wer dann für 38 Millionen Euro von den Bayern gekauft wird, wer das WM Tor gegen Argentinien macht mit 21 Jahren, wer…

Genau. Das muss man erst einmal verkraften.

Dass das mit Pep und Mario nicht passte, ist die eine Seite die aber zu hoch gehängt wird. Mario Götze braucht an seiner Seite einen Förderer, Vaterfigur, der ihn mitnimmt. Pep erwartet fertige Spieler, aber Mario Götze ist mental und psychisch eben noch ein extrem „junger Mann, der sein Identität sucht.“

Nur dieses Verstehensgerüst passt bei einem sensiblen jungen Mann wie Mario Götze.

Jetzt hat Mario Götze seinen Berater gekündigt, sein Vater steht an seiner Seite  und er hat -zum ersten Mal für uns Außenstehende-Größe gezeigt.

Bravo. Das wird helfen.

Es könnte auch sein, dass er jetzt seinen Verkaufspreis senken will.

Aber wer letztlich Mario Götze bekommt:

  1. Er benötigt einen väterlichen Trainer
  2. Er braucht sehr viel Zuneigung
  3. Mario muss begleitet werden

Mario Götze ist einer der begnadetsten Spieler, den der deutsche Fußball in den letzten 30 Jahren hervorgebracht hat.

Dann aber nur dann wird er seinen Weg gehen.

Prof. Götze, sein Vater, muss sich eigentlich auch harte Fragen gefallen lassen, wie kann man seinen Sohn mit 20 einfach nach Bayern gehen lassen, in einem beginnenden behutsamen Lernprozess bei Borussia Dortmund?

Prof. Götze antworten Sie bitte.

                                    

Die Aufsteiger der Saison

RB Leipzig.

Was da Rangnick und Konsorten geschaffen haben ist schon einzigartig. Wir lassen nichts gelten, was da den Red Bulls angekreidet wird. Der Grund:

Alle Vereine sind schwer wirtschaftlich geführt, anders geht’s ja nicht.

Ob Adidas, Allianz, Puma, SAP, Rossmann, Recaro, Warsteiner , Veltins, Gazprom, Bayer, Telekom, Mercedes, Audi, BMW oder halt Red Bull:

Red Bull

Sie alle ermöglichen die Hochleistungsliga. Punkt.

Leipzig heißen wir „Herzlich Willkommen“ und auch Dresden und Aue in den unteren Klassen,  die aufgestiegen sind. Der Osten kommt wieder. Gut so.

Über eine Mannschaft freue ich mich besonders: Der SC Freiburg ist wieder da mit seinem ver-rückten Trainer Streich. Er fehlte natürlich kommunikativ, initiativ, emotional und motivatorisch, obwohl das Ganze immer grenzwertig ist.

Aber der „Simeone des Breisgaus“ ist einfach unersetzlich.

Spötter behaupten ja, Streich ist in Dauerbehandlung bei entsprechenden Psychologen, um den Druck des Breisgraus und sich selbst überhaupt auszuhalten. Und wird dann am Wochenende ins Stadion begleitet…

Egal was geschrieben wird: Streich und der SCF gehören einfach in die 1. Liga. Solche Typen wie Streich haben wir viel zu wenig!

 

Das versteckte leidigste Thema der Liga: Die Spielerberater

An diese Zunft der Seelenverkäufer traut sich einfach kaum einer ran. Schade.

Es wird Zeit, dass wir eine Debatte lostreten, die sich gewaschen hat.

Sie kommen meist aus dem Subunternehmer-Umfeld der Liga.

Vertrauen sich Spielern an und umgekehrt und: Wittern immer das ganz große Geld.

Sie müssen dringend vom DFB reglementiert werden. Benötigen einfachste Kommunikations,- Vertriebs,-und vor allem: Compliance -Regeln, die sie nicht kennen, anwenden und beherrschen.

Die Manager  und Präsidenten beklagen unter der Hand, dass fast immer 20 %  der Spielergage  automatisch  an die Spielerberater überwiesen wird. Horrible.

Was machen diese Menschen (wirklich)?

Sie haben ein paar Grundregeln – die keiner einhält – hier muss unbedingt etwas geschehen.

Beispiel 1:

Robert Lewandowski ist ein wirklich verdienter Spieler. Und ehrenhaft hat er bis zum Schluss bei Borussia Dortmund gespielt.

Seine zwielichtigen Berater, Cezary Kucharski und Maik Barthel aus Polen, haben ihn dort ständig gegenüber der Geschäftsführung unter Druck gesetzt. Um mehr Geld für sich selbst und ihn rauszuholen.

Dann sind sie gemeinsam zum FC Bayern unter viel Getöse.

Von 7,5 Millionen bei Dortmund auf jetzt 12 Millionen bei Bayern. Und jetzt 25 Millionen Offerte von Real. Obwohl Lewandowski  bei Bayern einen Vertrag  bis 2019 hat.

Der Spieler:

„ Ich habe in Deutschland alles erreicht. Und höre mich um!“

Die Spielerberater wissen genau, um was es geht.

Wie treibe ich das festgeschriebene Gehalt bei Bayern weiter nach oben?

Und genau hier müssen die Compliance Regeln einsetzen. Das geht einfach nicht.

Beispiel 2:

Mame Diouf von Hannover 96 mit dem Hasardeur Jim Solbakken.

Hannovers Top Stürmer und Fanliebling Diouf wollte nicht weg aus Hannover. Solbacken bot ihm in Europa wie Sauer Bier an, um die unvorstellbare Summe von 4 Millionen netto Jahresgehalt zu bekommen.

Keiner biss an. Kein Mensch in Deutschland wollte mit Solbakken mehr reden. Recht so.

Stoke City machte es dann. Diouf sagte mir mal persönlich, wie er an Hannover hängen, und dass er nicht wüsste, wo Stoke City liegen würde.

So etwas geht gar nicht. Jetzt sitzt er in Stoke meist auf der Bank, weil Marko Arnautović aus Bremen gekommen, meist spielt.

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Beispiel 3:

Der Rechtsanwalt Dr. Michael Becker aus Luxembourg. Eine Never-Ending-Story, die grundsätzlich nach hinten los ging im Endergebnis.

Knallharte Verhandlungen okay. Kommunikationsregeln nie einhaltend. So hat er komplett alles verloren. Die Fußball-Gemeinde, weiß genau, was ich jetzt meine. Der Berater von Michael Ballack hat Geheimnisse preisgegeben, aus der Nationalmannschaft, die ein absolutes No- Go sind.

Gerechte Entwicklung: Michael Ballack wird in Deutschlands Fußballfeldern nie wieder eine wirklich wichtige Rolle bekommen.

Oder wissen Sie, was der einst große Michael Ballack wirklich macht?

 

Fußball Experten: Die Kommentar-Szene quo vadis?

Ganz schwieriges Thema. Es sicherlich nicht leicht, Fußball heute zu kommentieren oder irgendwie neutral zu begleiten. Ohne sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen.

Die Sky Kommentatoren fallen fast alle unisono durch, weil sie wirklich zu limitiert sind, die Fußball Interviewer eigentlich auch, weil es eigentlich nicht passt, emotionalisierte Spieler sofort nach Spielschluss belangloses Zeug zu fragen.

Wie haben Sie Ihren Elfmeter gesehen?

Wie fühlen Sie sich jetzt nach den vielen vertanen Chancen?

Es wurde etwas lauter in der Kabine, was war denn da los?

Die Zeiten der Kerners, der Beckmanns und der Béla Réthys sind unwiederbringlich vorbei. Man lässt Sie, aus Vertragsgründen noch etwas sagen. Was Herr Opdenhövel da immer anpreist entzieht sich meiner Kenntnisse. Zu langsam, zu gedehnt, zu wenig Tiefenwirkung. Die neue Damenriege aus der Privat-TV Gemeinde: Na ja…

 

Heute sind Typen gefragt, die folgendes können müssen:

 

  • Erstens neutral wie möglich.
  • Kurze redundante Sprache .
  • Ausgewogenheit zwischen Reden und Schweigen.
  • Nicht zu viele Fachinformationen zwischen den Aktionen, also der „BelaRhetismus“ pur.               Nie wieder.
  • Unaufgeregtes Kommentieren von Sachverhalten, die man ohnehin sieht.

 

Die Zuschauergemeinde ist gnadenlos kritisch

Als Beispiele der neuen Präsentationsgeneration gelten u.a:

Wolff-Christoph Fuss von Sky & ARD-Experte Oliver Schmidt.

Ein Urgestein der deutschen Kommentarszene tritt auch ab. Mit dem Spiel Atletico gegen Real Madrid werden wir Marcel Reif nicht mehr als Kommentator hören.

Viele freuen sich, dass er nicht mehr kommentiert, alte Hasen bedauern es… und werden ihn vermissen.

Ich erinnere mich noch an die 80iger Jahre als Franz Beckenbauer im Sportstudio sagte:

„Herr Reif kommentieren Sie lieber Kultur aber nicht Fußball!“

Lang ist es her.

Was bleibt von Marcel Reif?

Ganz eindeutig sein neues Sprach-Behaviour der verkürzten Sprache. Er schaffte es, den langatmigen Reporterstiel zu entrümpeln. Er war der erste, der in Hyperbeln daher kam wie ein “autistischer Balljunge“ und das  perfekt:

Der komplette Satz starb mit Marcel Reif, der Relativsatz sowieso. Das tat dem Spiel wirklich gut.

Seine eigentliche Leistung war, die Sprach-Codierungen so zu verkürzen, dass es mehr aufs Spiel ankam. Und nicht wie die Fußball Reporter des alten Spiels: Sprichwörtlich alles von den Spielern erzählten.   Bis zu den  Pumps der Spielerfrauen.

Warum hört Marcel Reif (66) eigentlich auf?

„Weil ich glaube, dass Otto Rehagel und Thomas Schaaf zu lange in Bremen waren. Neulich habe ich Martinez und Tasci zweimal verwechselt. Auch deswegen höre ich auf. Nicht weil ich sie verwechselt habe und Altersschwäche gewesen wäre. Aber weil die Spannung weg ist. Wenn Du spürst, dass das so ist, sollte man aufhören“

Stimmt.

Was bleibt denn von den großen Fußball Reportagen Herr Reif?

„1966, WM Finale England gegen Deutschland. Kenneth Wolstenholme, der englische Reporter, sagt beim Stand von 3:2, als die Zuschauer schon auf den Platz liefen:“They think it`s all over“. Dann fällt das 4:2. Und er ergänzt nur:“It is now. Das ist Sprache. Das sind die Sätze, die bleiben“

 

Fazit

Eine aufregende Saison geht zu Ende.

„Der Preis der Größe heißt Verantwortung“

schrieb schon Sir Winston Leonard Spencer-Churchill und das gilt sicherlich für alle Bundesligisten, ganz gleich wie Sie Ihre Größe und ihre Aufstellung und Ihren Angang in der neuen Saison definieren.

Grundsätzlich scheint uns das Kultur-Gut „Fußball“ überzeichnet zu sein.

Von morgens bis abends senden alle Vereine über alle Kanäle zum Thema Bundesliga, EL, CL und auch den Amateurfußball.

Dass die deutschen Nachwuchsspieler so glorreich sind, haben wir Ihren Vätern Vogts, Sammer, Hrubesch und anderen zu verdanken. Die Jugendarbeit und die wachsenden Leistungszentren der Bundesligisten sind schon einzigartig.

Aber übertreibt es nicht:

„Mal gewinnt der eine und mal verliert der Andere.“

Auch wenn einer der Ur-Erfinder des Fußballrasenschachs, der Ukrainer Walerij Lobanowski sagte:

„Das Ganze Fußball Leben ist eine Zahl“

und damit schlussfolgerte, der Fußball sei nunmehr mit kybernetischen Techniken zu messen. Das sagte er 1968. Und heute?

Am Ende des Tages steht eine Zahl. Ja. Wie überall im (Geschäfts)-Leben.

 

Ja, so ist es. Aber auch die einfache Geschichte von Jean-Philippe Toussaint, er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur nach dem harten Fußballmatch zwischen Deutschland und Argentinien bei der Fußball WM 2014 in Italien hat es in-SICH:

 

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„Der Strom war immer ausgefallen als ich zehn Minutenspäter nach oben zu Madelaine insSchlafzimmer ging. Ich öffnete das Fenster, stieß die Fensterläden auf und trat auf den Balkon hinaus, um mir einen Augenblick lang das in der Nacht liegende Dorf anzuschauen. Alle Häuser waren in tiefe Dunkelheit getaucht.Die Nacht war still, der Regen harte aufgehört,von den Ästen der Bäume tropfte es langsam auf den nassen Asphalt des Platzes.Die Gewitter tobten jetzt über Italien, ich beobachtete die Schleiern der Umwälzungen des Himmels am Horizont, sah wie er stoßweise in weißlichem, ruckartigem stumme Falter zerriss.Da hörte ich schwach aus dem Bett hinter mir eine  verschlafene Stimme Madelaines, die mich sanft fragte:„Ist der Fußball vorbei?“. Ja, er war vorbei.“

 

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Bleiben sie elastisch und gelassen. Es war wieder ein starkes Stück Arbeit.

Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen!

Beste Grüße und eine gute Zeit bis 2017!

Ihr und Euer Christoph Schwab & Janine Strucken

 

CS Büro (Kopie)

 

Der Verfasser

Christoph Schwab (alias Christoph Knorr) ist leidenschaftlicher Fußballinteressierter. Er war u.a. Fußball-Reporter im Rundfunk, Stadionsprecher bei Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. Von der Pike auf Journalist. Gelernt bei der schreibenden Zunft der Neuen Presse in Hannover, jahrelang beim TV und Rundfunk. Zu aktiven Zeiten hat es leider nur zur Bezirksliga gereicht. Position: Mittelstürmer!

Heute ist Christoph Schwab Persönlichkeitsentwickler (Kommunikations- und Führungscoach). Er arbeitet für börsennotierte Unternehmen sowie für den Mittelstand, dem er sich sehr verbunden fühlt. Seine Spezialität ist das Einzigartigkeitstraining für Führungskräfte.  Er hat Gebrauchsmusterschutz auf: Moment Management®,  Love it, leave it or change it® & LearningTainment®

 

Handynummer: 0172 80 09 777

Skype: schwab_chr

Facebook: https://www.facebook.com/pages/DR-SCHWAB-MANAGEMENT-GMBH/250634271734857

LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/dr-christoph-schwab-aa2b5694

Xing: https://www.xing.com/profile/Christoph_Schwab12

 

 

7 Antworten
  1. Marc Wehning
    Marc Wehning says:

     Marc Wehning:
    „Löw wird in die Annalen des DFB als ein originalgetreuer Chinese eingehen: Nur wenn ich fleißig kopiere, was mir Pep und Kloppo vorgemacht haben, kann ich wirklich erfolgreich sein. Die Spitzenspieler haben diese Systematik geistig, mental und körperlich verinnerlicht. Und das hat nix mit einer Löw-Leistung zu tun.“
    Ganz grosses Kino!
    Dein Blog ist geil, tolle Formulierungen.

    Antworten
  2. Thorsten Arnhold
    Thorsten Arnhold says:

    Hallo Christoph, sehr guter Rückblick auf die Bundesliga – Saison! Freue mich, dass wir so gute Übereinstimmung bezüglich Dutt, Bobic, Hecking aber auch Pep, Tuchel und RB Leipzig haben. Genial finde ich Deine Aussage über die kommende Saison von Hannover: “ …da warten Schwergewichte wie …Dresden…“ Das tat richtig gut. Alles LiebeThorsten

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  3. Andreas Franik
    Andreas Franik says:

    Lieber Christoph,

    es war wie immer eine ganz große Freude, Deinen Rückblick zu lesen. Danke für die spitzen Analysen und treffenden Formulierungen… Zucker für die Gehirnwindungen 😉

    Lieben Gruß
    Andreas

    Antworten
  4. Holger Hieronymus
    Holger Hieronymus says:

    Der Teil „trotz yogi“ hat mir ausgezeichnet gefallen.
    Bei den Analysen H96/HSV 100% d´accord 😉

    Antworten

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