Information-Interaktion-Kommunikation: Leben & Leben lassen! Der kategorische Imperativ Helmut Schmidt!

Was ist das Wichtigste im Leben?

„Für mich ist das wichtigste sich Aufgaben zu stellen, Aufgaben zu begreifen und
danach zu streben die verstandenen Aufgaben bestmöglich zu erfüllen“
antwortet Helmut Schmidt in der ARD Dokumentation über sein Leben.
Nachdenklich -mit langen Pausen. Auf den Punkt.

Einen Tag nach seinem Tod am 11.11.2015 begann ich ein Führungstraining in Luxembourg
mit diesem Videoausschnitt von 12 Sekunden.
Er zieht sich seit Jahren durch meine „Anleitungen zur Einzigartigkeit“:
• Wie kann ich meinen Gegenüber wirklich verstehen?
• Wie verstehe ich die Strategie meines Unternehmens?
• Wie kann ich Wahrnehmungs-Kongruenz herstellen und dann:
Umsetzen-entscheiden-Handeln-TUN?

So legte & lebte der Staatsdiener Helmut Schmidt den kategorischen Imperativ von Kant aus:
„Handele so, daß die Maxime Deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung angewendet werden könnte“.

Immer unterlegt mit den verschiedensten kreativen Verstehens-Ansätzen beispielsweise der Musik.
Die Erklärung des großen Dirigenten David Barenboim – einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung über den Unterschied zwischen Hören und Zuhören – könnte direkt für Helmut Schmidt gesagt sein:
„Ja, zuhören ist hören in Verbindung mit Denken und Konzentration. Die meisten Menschen können das gar nicht mehr, sie machen keinen Unterschied zwischen hören und zuhören. In der Musik ist zuhören, sich vom ersten Klang an zu konzentrieren, sich mit vollkommener Hingabe an den Ton zu hängen und dann mit der Musik zu fliegen.“
Ob Hamburger Sturmflut, Mogadischu, Nato-Doppelbeschluss, RAF: Helmut Schmidt dachte immer im Großen, sezierte bis ins kleinste Detail, entschied und führte aus. Ohne sich selbst zu schonen. Im Entführungsfall Hans-Martin Schleyer entschied er gemeinsam mit Ehefrau Loki, dass sich beide im Entführungsfall nicht gegen andere Geiseln oder Geld austauschen lassen würden.
Als Zeitherausgeber, Buchautor, internationaler Speaker war es nicht anders:
Seine Lebens,- und Arbeitsweise war immer geprägt von Bodenständigkeit, Machbarkeit, Bewusstheit für den Umsetzungungsimpuls, Klarheit und Hingabe für die übergreifende Sache. Gespickt durch Überzeugungskraft. Oft eingerahmt durch Sarkasmus & Ironie. Mit messerscharfem Verstand.
Die Duelle mit Franz Josef Strauß vor Wahlen waren damals Straßenfeger und sind bis heute unerreicht in der „formalen und inhaltlichen“ Vielfältigkeit.
Im Mainstream der Verlautbarungspolitiker und „Persönlichkeiten ohne Eigenschaften“ vermisse ich schmerzlich dieses Sprech- und Sprach-Niveau.

Helmut Schmidt lebte den Wert MUT wie kein anderer: Er nutze dazu alle zur Verfügung stehen Möglichkeiten.

Lösungsorientiert-durchdacht-Mutig!
Dazu war er der Erfinder der langen und wichtigen (Kunst) Pause.
Was kann ich nicht alles in 5 Sekunden Pause aufnehmen, verarbeiten, aushalten, durchdenken, erfahren und damit den gegenüber zur schieren Verzweiflung bringen.
Zeitlebens war Helmut Schmidt dieser kommunikative Schachspieler mit Weit-Blick, obwohl er als „gemeiner“ Schachspieler immer behauptete, nicht über das kindliche Spiel-Verständnis hinausgekommen zu sein.
Man wusste nie genau auf welches Spielfeld er uns führte, man ahnte aber immer intuitiv, dass sein „motivationaler Fingerabdruck“ die richtige Entscheidung fällte und vor allem die richten Dinge tat.
Er lebte einen universellen Pragmatismus, den er pragmatisch, universell und ohne viel Federlesens Zeit seines Lebens ausführte:
Er gab den unterschiedlichsten Schichten der Deutschen immer das „Gefühl der Nähe und einer „Faszinierenden Unmittelbarkeit““. Eigentlich seine größte Fähigkeit. Sie alle aber auch wirklich alle anzusprechen und mitzunehmen.
Das wars.
Was seine Pflichterfüllung anging zitierte Helmut Schmidt gern ein Gedicht von Robert Frost:
„The woods are lovely, dark and deep,
But i have promises to keep,
And miles to go before i sleep
And miles to go before i sleep!“
Und in seinem intellektuellen Humor kramte er immer wieder Ringelnatz heraus
und verblüffte damit seine Gesprächspartner:
„Es waren einmal zwei Ameisen
Die wollten nach Australien reisen,
doch bei bei Altona auf der Chaussee,
da taten Ihnen die Beine weh,
und dann verzichten sie weise
auf den letzten Teil der Reise.“
Er stand auch dem Philosophen Popper und den römischen Stoikern allen voran Marc Aurel (121 bis 180) nahe und zitierte gerne aus dessen „Selbstbetrachtungen“.
Der Volksddichter Matthias Claudius war ihm wichtig und in einer seiner Todesanzeigen stand:
„Die Wahrheit richtet sich nicht nach uns, lieber Sohn sondern wir müssen uns nach ihr richten“

Helmut Schmidt wird mir immer in meinem Leben ein Vorbild bleiben in seinem Anspruch, die mir auferlegten Aufgaben zu verstehen und die verstandenen Aufgaben bestmöglich umzusetzen.

Gerade dieser Tage um die Ereignisse in Paris hätten wir seine Rat-SCHLÄGE bitter nötig.

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