Die Nicht-Nicht Kommunikation des Joachim Löw.

Warum der Fußball Bundestrainer immer wieder an seinem Personal scheitert.

 

30.6.2014 Porto Alegre/Brasilien. Dramatische Stunden im deutschen Team vor dem entscheidenden Spiel gegen Algerien.

Wenn nicht Neuer, Khedira und Lahm das Regiment übernommen hätten, wäre Deutschland möglicherweise nie Weltmeister geworden. Löw hatte kommunikativ den Überblick verloren. Alles andere ist Geschichte.

2013 und 2014 hatte Deutschland einen Stürmer, der nicht nur die meisten Tore schoss, sondern auch außerhalb des Spielfeldes vorbildlich agierte. Löw gab ihm nie wirklich Chancen,  im Gegenteil, er war nicht in der Lage Stefan Kießling interaktiv zu sagen, warum er nicht ins deutsche Spiel passen würde. Bis heute ist das zwischen Löw und Kießling nicht geklärt und aufgearbeitet.

Letzte Woche gibt der Bundestrainer den erweiterten Kreis für das Aufgebot der Deutschen Nationalmannschaft für die WM in Russland bekannt. Der unbequeme aber erfolgreiche Sandro Wagner ist nicht dabei.

Dieser tritt einen Tag später mit 30 Jahren lautstark aus der Nationalmannschaft zurück.

„Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse.“

„Meinen Jungs wünsche ich nur das Beste in Russland und hoffe, dass sie als Weltmeister zurückkommen“, führte der gebürtige Münchner aus, der 2017 mit der DFB-Auswahl in Russland den Confed-Cup gewann.

Dazu Joachim Löw:„Ich empfinde es als Kritik gegenüber seinen Kollegen, die auch spielen. Er stellt manche dar, die bei uns schon ewig spielen, die zu den Führungsspielern gehören, als wären sie ausgemachte Vollidioten“

Wagner kritisiert mitnichten seine Kollegen. Er kritisiert ausschließlich das Trainerteam.

Der Bundestrainer erweitert seine unverhältnismäßige Kritik auf das Gesamte Personal. Er will möglichst hohen Zuspruch zu seiner Entscheidung haben zumindest ein Kopfnicken oder „stilles Beipflichten“.

Wagners  Ex-Trainer Julian Nagelsmann aus Hoffenheim dazu:“ Ich vermisse ihn schon, weil er ein sehr spezieller Typ ist. Ein außergewöhnlich toller Mensch. Der auf dem Feld nicht immer einfach zu führen war. Das weiß er auch- aber das hat mich wachsen lassen. Es ist wichtig, dass man Leute, die eine Meinung haben, diese auch äußern lässt und sie nicht immer klein bügelt und ihnen auch einen gewissen Raum gibt, wenn sie ein bisschen extrovertierter sind, das auch auszuleben.“

Löw war und ist offenbar immer noch nicht fähig, mit den Spielern konstruktiv kritisch zu sprechen, sie mitzunehmen, sie wertzuschätzen und Ihnen deutlich zu machen, wie schwer es ist ,nicht alle mit auf die Reise Titelverteidigung nehmen zu können.

Es geht, wenn ich die Regeln der Ereigniskommunikation beherrsche.

Löw hat gestandene 360 Grad Spieler vor sich wie noch nie ein Trainer vor ihm. Quasi drei Nationalmannschaften. Er kann aus dem vollem schöpfen und Leistungsträger verschmerzen.

Kommunizieren jedoch, sich wirklich sinnstiftend und hochempathisch in die Lage eines anderen oder in ein Teil-Team zu denken konnte und kann er nach wie vor nicht. So auch geschehen am 30.6. 2014 vor dem Algerien Spiel.

Nur unverzichtbare Spieler sind ohne Wenn und Aber gesetzt wie Jerome Boateng, der nach einem  Techtelmechtel am 5.6 2012 mit dem Nackt-Model Gina Lisa Lohfink kurz vor dem EM Start hätte eliminiert werden müssen nach dem Saubermann-Image von Jogi Löw. Jedenfalls.

Oder Manuel Neuer, bester Torwart in Deutschland, der nunmehr zwei Leistungsspiele als Extrawurst bekommt, um legitimeren zu können, dass er doch im WM Tor steht.

Deutschland hat exzellente Torhüter und normalerweise dürfte Manuel Neuer- so schwer es auch ist- wenn man die Leistungsparameter sieht- nicht im deutschen WM Tor stehen.

Joachim Löw sendet seine vorgefertigte Meinung und seine limitierten Freiburger Wertestrukturen an die Spieler und seine Umwelt.

Wer diese nicht zulässt, wird des Spielfeldes verwiesen.

Typen wie Julian Nagelsmann (jüngster Bundesliga Coach) hingegen sagen und leben den entscheidenden Nebensatz….:“ aber Sandro Wagner hat mich auch  wachsen lassen.“

Wer  in der Liga der Spitzenjongleure, den Akteuren mit dem Weltmeistersiegel, den sozio- multikulturellen Gladiatoren es nicht beherrscht, aus jedem Gespräch auch wirklich etwas selbst zu lernen hat das Labeling „Spitzentrainer“ nicht wirklich verdient.

Gerade ein solcher Typ muss in der Lage sein, seine Spieler verstehend und daran wachsend- kommunikativ und transformational zu führen.  Und zwar immer interaktiv, wertschätzend, verstehend und immer um ein wirklich nachvollziehbares lösungsorientiertes Ergebnis bemüht. Auch wenn es noch so schwer für den Betroffenen zu verstehen ist.

Dazu benötigt er die Erfahrung von Jupp Heynckes, die Lern,- und Motivationsfähigkeit von Jürgen Klopp und die Lernbereitschaft der „Jungen Wilden“ wie Nagelsmann und Tuchel.

Tuchel überraschte übrigens am Samstag bei seiner souveränen Vorstellung als neuer Coach bei PSG in der französischen Hauptstadt: „Paris ist die Stadt der Liebe, des Lichts, die Stadt der Romantik, des Abenteuers„, sagte er zunächst auf Französisch, um dann in Englisch fortzufahren: „Ich will, dass wir so spielen – offensiv und intensiv -, dass sich die Fans auch in das Team verlieben.“

Das sind schon Welten.

Fußnote:

Es ist so schön Bundestrainer zu sein, Jogi Löw  (Jahresgage 3,8 Mio Euro – weiter steigend und Werbeverträge im Wert von 6 Mio. jährlich) hat gerade bis 2022 verlängert.

Sportchef Bierhoff Multivermarkter seiner eigenen Agentur und Multimillionär gar bis 2024.

Flankiert von einem beschönigenden Greenhorn  Grindel als DFB Präsident. Das  „Trio Infernale“ sprich Non-Kommunikation zu wirklich wichtigen Themen macht da kräftig  weiter.

Und  vor allem, was es will. Wie Angela Merkel. Halt. Der „gewöhnungsverwahrloste Mainstream“ lässt grüßen.

 

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